BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

NEU

Erkrankte sagen im Bayern-Ei-Prozess in Regensburg aus | BR24

© BR/Andreas Wenleder

In Regensburg wird am Dienstagvormittag der Bayern-Ei-Prozess fortgesetzt. Erstmals sollen Zeugen aussagen, die sich beim Ausbruch 2014 mit Salmonellen infiziert hatten.

Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Erkrankte sagen im Bayern-Ei-Prozess in Regensburg aus

Im Prozess um den Bayern-Ei-Skandal von 2014 kommen nun Opfer zu Wort. Vor dem Landgericht Regensburg werden zwei Zeugen aus Österreich erwartet, die nach dem Konsum von Bayern-Ei-Ware an einer Salmonellen-Infektion erkrankt sein sollen.

Per Mail sharen

In Regensburg wird am Dienstagvormittag der Bayern-Ei-Prozess fortgesetzt. Erstmals sollen Zeugen aussagen, die sich beim Ausbruch 2014 mit Salmonellen infiziert hatten.

Zwei Erkrankte sollen aussagen

Plötzliche Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen und schwerer Durchfall. Dazu oft Fieber und Bauchkrämpfe: Die Symptome einer Salmonellenvergiftung sind schwerwiegend. 2014 sollen in mehreren europäischen Ländern dutzende Menschen mit Salmonellen infiziert worden sein. Die Staatsanwaltschaft sagt, die Ursache waren Eier der Firma Bayern-Ei.

Einige Zeugen nicht in der Lage auszusagen

Die ersten dieser Erkrankten sollen am Dienstag im Prozess gegen den Bayern-Ei-Inhaber Stefan Pohlmann aussagen. Zwei Österreicherinnen werden ihre Erkrankungsgeschichte erzählen. Ursprünglich waren noch mehr Zeugen mit Salmonelleninfektionen für den Prozesstag vorgesehen. Jedoch sind nach Gerichtsangaben mehrere inzwischen gesundheitlich dazu nicht mehr in der Lage oder bereits gestorben. Die mit Salmonellen belasteten Eier waren damals auch an Altenheime und einen Essen-auf-Rädern-Dienst ausgeliefert worden.

Rückschlüsse auf Lieferkette

Anfang Januar sollen dann auch noch Betroffene aus Deutschland und Frankreich aussagen. Interessant wird dabei auch sein, ob die Zeugenaussagen auch Rückschlüsse auf die Lieferkette der Eier geben können. Denn Pohlmanns Verteidigung sieht derzeit keine ausreichenden Beweise, dass die Salmonellen-Infektionen auch wirklich auf die Eier ihres Mandanten zurückzuführen sind.

Angeklagter streitet Vorwürfe ab

Der Ex-Geschäftsführer der Firma Bayern-Ei - damals mit Sitz in Niederbayern - muss sich seit Ende September unter anderem wegen Körperverletzung mit Todesfolge, gewerbsmäßigen Betrugs sowie lebensmittel- und tierschutzrechtlicher Verstöße verantworten. Er weist die Vorwürfe zurück. Die Ermittler werfen dem Mann vor, 2014 die Auslieferung von Eiern mit der Kennzeichnung Güteklasse A veranlasst zu haben, obwohl in den Produktionsstätten Salmonellen nachgewiesen worden waren.

40 Fälle in der Anklage

Mehr als 180 Konsumenten aus Deutschland, Österreich und Frankreich sollen damals an Salmonellen erkrankt sein, 40 der Fälle kamen zur Anklage. Ein 94-Jähriger soll aufgrund des Verzehrs von Bayern-Ei-Ware nach einer Salmonellen-Infektion gestorben sein.

Die Legehennen-Anlage in Aiterhofen im Landkreis Straubing-Bogen ist inzwischen abgerissen worden.