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Erinnerung an Pogromnacht: Knobloch liest vor Gedenkstein | BR24

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Unter der Überschrift "Jeder Mensch hat einen Namen" haben Münchner an die jüdischen Bürgerinnen und Bürger erinnert, die sich während der NS-Zeit für demokratische Werte eingesetzt und deshalb von den Nazis verfolgt, inhaftiert oder getötet wurden.

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Erinnerung an Pogromnacht: Knobloch liest vor Gedenkstein

München hat am Sonntag an die Opfer der Pogromnacht vor 81 Jahren erinnert. Vertreter aus Politik, Kultur und Justiz lasen am Gedenkstein der ehemaligen Synagoge die Namen von Münchner Juden, die Widerstand gegen das Nazi-Regime geleistet haben.

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Kalt war es und trotzdem waren knapp 100 Menschen zum Gedenkstein der ehemaligen Hauptsynagoge gekommen, um die Biographien der 20 Münchner Juden zu hören, die sich aktiv dem Rassenhass der Nationalsozialisten widersetzt und meist mit dem Leben bezahlt hatten. Drei Stunden dauerte die Lesung.

Knobloch: Erinnerung heute wichtiger denn je

Auch die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern Charlotte Knobloch las vor. Die 87-Jährige hatte selbst als kleines Mädchen im Jahr 1938 die Pogromnacht in München erlebt: "München ist zwar eine neue Stadt geworden, aber es gibt noch Ecken und Straßen, die mich jetzt gerade wieder erinnern, als wir durch die Stadt irrten und nicht wussten, wo wir unsere Leben retten können," so Knobloch.

Es sei heute wichtiger denn je, dass wir niemals vergessen, was vor 81 Jahren in München begann, sagte Charlotte Knobloch dem BR: Eine brutale Hetzjagd auf Juden in ganz Deutschland. Unzählige Synagogen und jüdische Einrichtungen brannten, tausende jüdische Geschäfte wurden zerstört und geplündert. Menschen wurden verschleppt und ermordet.

Warnung angesichts aktueller Entwicklungen

Angesichts der aktuellen antisemitischen Angriffe in Deutschland warnt die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde: "Die Menschen verstehen nicht, habe ich das Gefühl, besonders die Wähler einer Partei, die dieses Gedenken und die Vergangenheit als solches als Vogelschiss benannt hat, da sind wir gefordert, unseren Nachkommen zu zeigen, wo eine solche Einstellung hinführt und ich hoffe, dass wir diese Szenen nicht nochmal erleben müssen beziehungsweise unsere Nachkommen", sagte Knobloch.

Und so war die Lesung am Gedenkstein der ehemaligen Münchner Hauptsynagoge eine ruhige, nachdenkliche Erinnerung an die Opfer der Pogromnacht vor 81 Jahren.

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Jan-Robert von Renesse, deutscher Sozialrichter, kämpfte lange für eine gerechte Rente für Holocaust-Opfer - mit Erfolg. Dafür bekam er heute den Mutig-Preis im unterfränkischen Aschaffenburg verliehen.