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Erinnerung an die Pogromnacht: Stolpersteinführung in Regensburg | BR24

© BR/Thomas Muggenthaler

Die Historikerin Silvia Seifert hat die Ereignisse der sogenannten Reichskristallnacht in Regensburg recherchiert. BR-Journalist Thomas Muggenthaler hat sie getroffen.

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Erinnerung an die Pogromnacht: Stolpersteinführung in Regensburg

Vor der Tür der neuen Regensburger Synagoge steht ein Polizeibeamter mit einer umgehängten Maschinenpistole: 81 Jahre, nachdem die Nazis die alte Synagoge in Brand gesteckt haben, muss die Jüdische Gemeinde wieder um ihre Sicherheit fürchten.

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Vor der neuen Regensburger Synagoge am Brixener Hof: Eine große Bronzetafel erinnert daran, dass hier die Synagoge stand, die während der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 von Regensburger Nazis in Brand gesteckt worden ist. Die Historikerin Silvia Seifert hat die Ereignisse dieser Nacht recherchiert.

Regensburger Juden wurden aus ihren Wohnungen geholt und verhaftet. Am nächsten Tag trieben die Nazis Juden durch die Stadt in einem so genannten "Schandmarsch", wie es ihn nur in Regensburg gab. Von dieser Aktion existieren beklemmende Fotos. Die Juden mussten ein Schild tragen mit der Aufschrift "Auszug der Juden". Mit dabei war Paul Oettinger, der später nach Palästina emigrierte.

Drei besondere Stolpersteine am Neupfarrplatz

Doch es sollte noch schlimmer kommen. Wer nicht auswandern konnte, wurde deportiert. Am Regensburger Neupfarrplatz erinnern drei Stolpersteine an die Familie Lilienfeld, die ein großes Schuhgeschäft führte. Von der Familie überlebte nur ein Sohn, der nach Palästina emigrieren konnte. Silvia Seifert kommt mit ihren Führungen zu den Stolpersteinen immer hierher.

© BR/Thomas Muggenthaler

Am Regensburger Neupfarrplatz erinnern drei Stolpersteine an die Familie Lilienfeld, die ein großes Schuhgeschäft geführt hat.

Jeder dieser Stolpersteine erzählt eine persönliche Geschichte. Darin liegt für Silvia Seifert, die auch ein Buch zu den Stolpersteinen geschrieben hat, die Bedeutung dieser Erinnerungszeichen.

9. November: zentraler Tag des Gedenkens

Ilse Danziger, die Vorsitzender Jüdischen Gemeinde ist froh, dass heuer im Februar genau an dem Platz, an dem die alte Synagoge stand, der Neubau eingeweiht werden konnte. Der 9. November ist und bleibt für sie ein zentraler Tag des Gedenkens.