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Ein Gebäude des Antennen-Herstellers Kathrein in Nördlingen
© picture alliance / dpa
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Ein Gebäude des Antennen-Herstellers Kathrein in Nördlingen

Kathrein will die betroffenen Mitarbeiter in den kommenden Wochen über Details informieren. Bis zum dritten Quartal 2019 ändere sich in deren täglicher Arbeit jedoch zunächst nichts.

Bei Kathrein verbleiben 350 Mitarbeiter weltweit

Beim Unternehmen Kathrein verbleiben 350 Mitarbeiter weltweit. An Ericsson gehen 4.000 Mitarbeiter über. Der betroffene Bereich "Products" werde voraussichtlich im dritten Quartal 2019 bei Ericsson eingegliedert. Zuvor müssten aber noch die zuständigen Aufsichtsbehörden grünes Licht geben.

Am Standort Rosenheim wird das Verhältnis wie folgt sein: Hier werden rund 170 Menschen weiterhin für Kathrein arbeiten – mehr als 1.000 Arbeitnehmer sind künftig bei Ericsson beschäftigt.

Kathrein verkauft sein Kerngeschäft

Der vom Verkauf betroffene Geschäftsbereich "Products" beheimatet die Entwicklung und Produktion von Mobilfunkantennen. Kathrein verkauft also seinen Kerngeschäftsbereich.

Kürzlich hatte Kathrein bereits den Bereich Fahrzeugantennen an den Automobilzulieferer Continental verkauft. In der Hand des Unternehmens blieben nun unter anderem noch die Bereiche Rundfunktechnik und Satellitenempfang, sagte eine Sprecherin.

Durch falsches Management in die roten Zahlen

Das Unternehmen ist einst durch die Sende- und Empfangstechnik groß geworden. Erst kam der Rundfunk, dann das Kabel- und Satellitenfernsehen, schließlich der Mobilfunk. Kathrein entwickelte sich in vielen Bereichen der Antennentechnik zum Weltmarktführer.

Rosenheimer Unternehmen wird 100 Jahre alt

Doch zu viele Nebengeschäfte und falsches Management hatten das Unternehmen in die roten Zahlen rutschen lassen. Zuletzt machte Kathrein von sich reden, weil es im Zuge einer Umstrukturierung Hunderte von Stellen strich. Dieser Umstrukturierungsprozess soll noch in diesem Quartal abgeschlossen sein. Kathrein feiert heuer sein 100. Jubiläum.

Details zum Kaufpreis wurden nicht genannt. Das übernommene Geschäft soll im vergangenen Jahr rund 270 Millionen Euro erlöst haben.

Ericsson wappnet sich für 5G-Mobilfunktechnologie

Der Netzwerkausrüster Ericsson wappnet sich nach eigenen Angaben durch den Kauf für den Start der neuen 5G-Mobilfunktechnologie. Mit dem zusätzlichen Fokus auf das Antennen- und Filtergeschäft, das von Kathrein-Fachleuten geleitet werde, wolle Ericsson sein Angebot erweitern, um den für die Einführung von 5G erforderlichen Raum an Mobilfunknetzstandorten zu optimieren, sagte der zuständige Bereichsleiter Fredrik Jejdling.