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Erhöhte PFC-Werte bei Anwohnern der Katterbach Kaserne | BR24

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Die Bürgerinitiative "Etz langt's" hat PFC-Chemikalien bei Anwohnern der Kaserne Ansbach-Katterbach nachgewiesen. Der Unbedenklichkeitswert wurde teilweise um das Dreifache überschritten.

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Erhöhte PFC-Werte bei Anwohnern der Katterbach Kaserne

Seit Jahren ist bekannt, dass Böden und Gewässer rund um den US-Armee Standort in Katterbach mit per- und polyfluorierten Chemikalien - kurz PFC - belastet sind. Nun wurde diese Stoffe auch im Blut einiger Anwohner nachgewiesen.

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Einige Bürger, die nahe der US-Kaserne in Katterbach (Ortsteil Ansbach) wohnen, haben erhöhte Werte von per- und polyfluorierten Chemikalien – kurz PFC – im Blut. Das ergab ein medizinischer Test bei Bürgern aus dem Ansbacher Ortsteil Obereichenbach, den die Bürgerinitiative "etz langt’s" in Auftrag gegeben hatte.

PFC im Blut teilweise um das Dreifache überschritten

Bei zwei von drei getesteten Bürgern, die an Gewässern direkt an der US-Kaserne leben, wurde der Unbedenklichkeitswert von PFC im Blut um das Dreifache überschritten. Diese haben nach Angaben der Bürgerinitiative Wasser aus ihren eigenen Brunnen getrunken. Diese seien nicht an das Fernwassernetz angeschlossen. Werte bis zwei Mikrogramm des PFC-Bestandteils PFOA pro Liter Blut gelten laut Umweltbundesamt als unbedenklich. Die beiden Anwohner haben jeweils sechs Mikrogramm PFOA pro Liter im Blut.

Schwere Folgen für die Gesundheit

Der im Landkreis Ansbach niedergelassene Arzt Dr. Wolfgang Schmidt hatte die Tests im Auftrag der Bürgerinitiative durchgeführt. Ausgewertet wurden die Tests von einem Labor in Bremen. Nach Angaben des Mediziners könnten die erhöhten PFC-Werte im Blut Folgen für die Gesundheit haben: Dazu gehören laut Schmidt beispielsweise Unfruchtbarkeit, ein zu niedriges Geburtsgewicht von Kindern, erhöhte Cholesterinwerte sowie Immunerkrankungen. Der Mediziner geht davon aus, dass noch mehr Anwohner erhöhte PFC-Werte in ihrem Blut haben. Davon könnten Menschen betroffen sein, die regelmäßig Fische aus den Weihern im Ansbacher Ortsteil Obereichenbach gegessen oder Wasser aus den Hausbrunnen getrunken haben.

Keine Therapie - nur Vorsorge

Medizinische Hilfe gebe es für die Betroffenen erst einmal nicht. Schmidt rät den Anwohnern davon ab, das Wasser aus Brunnen ohne Fernwasseranschluss zu trinken. Außerdem sollten sie ihr Obst oder Gemüse nicht mit Brunnenwasser gießen. Der überhöhte PFC-Wert baue sich dann langsam von alleine ab, so Schmidt weiter. In fünf Jahren werde noch die Hälfte des gemessenen Werts im Blut der getesteten Personen nachweisbar sein, in zehn Jahren etwa ein Drittel. Schon lange setzt sich die Bürgerinitiative "etz langt’s" für den Abzug der US-Truppen aus Katterbach ein. Laut der Initiative würden die neuen Erkenntnisse deren Forderungen unterstützen.

Bürgerinitiative will Beseitigung der Kaserne

Was hier passiere, sei Körperverletzung und Eingriff in das Eigentum der Bürger am Eichenbach in Ansbach, so Boris-André Meyer, Sprecher der Bürgerinitiative. Die Initiative wendet sich nun an die Bundesimmobilienanstalt, Eigentümer der US-Kaserne. Nicht nur die PFC-Verseuchung der US-Kaserne selbst, sondern auch außerhalb der Kaserne müsste beseitigt werden. Auf den Kosten dafür sollten jedoch weder die Stadt, der Landkreis Ansbach oder die Anwohner sitzen bleiben, so Meyer weiter. Aktuell lässt die Bürgerinitiative noch den PFC-Bestandteil PFOS im Blut der getesteten Personen untersuchen. Mit Ergebnissen wird Ende der Woche gerechnet.

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