BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© BR
Bildrechte: dpa picture alliance / P. Frischknecht

Der Zustand der Wälder in Unterfranken ist besorgniserregend. Das geht aus dem bayerischen Waldzustandsbericht 2020 hervor, der nun veröffentlicht wurde. Die Trockenheit in den vergangenen Jahren haben für starke Schäden gesorgt.

1
Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Erhebung: Wälder in Unterfranken leiden stark unter Trockenheit

Der Zustand der Wälder in Unterfranken ist besorgniserregend. Das geht aus dem bayerischen Waldzustandsbericht 2020 hervor, der jetzt veröffentlicht wurde. Hitze und Trockenheit in den vergangenen drei Jahren haben für starke Schäden gesorgt.

1
Per Mail sharen
Von
  • Barbara Ecke

Trockene Frühjahre und trocken-heiße Sommer in den vergangenen drei Jahren haben Unterfrankens Wälder massiv geschädigt. Laut dem Waldzustandsbericht für 2020 liegt der Nadel- und Blattverlust bei allen Bäumen im Durchschnitt bei 32 Prozent. Noch schlechter in Bayern sieht es nur in Ober- und Mittelfranken aus (39,5 und 35,1 Prozent).

Schäden auch in höher gelegenen Wäldern

Die größten Waldschäden wurden demnach auf der mainfränkischen Trockenplatte, in den Hassbergen und in Rhön-Grabfeld festgestellt, wie Jan Paul Schmidt, Pressesprecher der Bayerischen Staatsforsten auf BR-Anfrage mitteilt. Aber auch im Spessart gebe es Schäden, so Schmidt.

Fichten, Kiefern und Buchen leiden besonders

Bei den Baumarten leidet aktuell die Fichte in den unterfränkischen Wäldern am stärksten. Sie verträgt die Trockenheit besonders schlecht. Dadurch habe der Borkenkäfer bei der Fichte leichtes Spiel, so Schmidt. Die ohnehin durch die Trockenheit geschwächten Bäume bilden kein Baumharz, der die Käfer sonst abwehrt. Die Folge: Die Bäume sterben durch den Käferbefall ab und werden so auch leichter "Opfer" von Stürmen. Neben der Fichte sind laut Bayerische Staatsforsten auch die Kiefer, und an sehr trockenen Standorten Buchen betroffen. Hier spielen Pilzbefall und auch Borkenkäfer eine Rolle.

Mischbaumarten sollen helfen

Um den Wald in Unterfranken zu erhalten, findet aktuell ein sogenannter Waldumbau statt. Das bedeutet die Waldbestände mit klimatoleranten Mischbaumarten anzureichern. So sollen die Wälder widerstandsfähiger werden, gegen Trockenheit, Hitze, Stürme und Schadinsekten. Laut Schmidt geht es auch um mehr Artenvielfalt. Vor Ort gebe es Analysen der Förster, welche Baumarten sich für welche Abschnitte eignen. In Frage kommen bewährte Arten, wie Tanne, Eiche, Douglasie, Buche – aber auch ältere, oft in Vergessenheit geratene Baumarten wie Elsbeere, Flatterulme, Esskastanie, Eibe und Feld- und Spitzahorn. Neupflanzungen gibt es immer im Herbst und im Frühjahr nach dem letzten Frost.

Mehr Personal gefordert

Der Bund Deutscher Forstleute (BDF) fordert diesbezüglich mehr Personal. Zwar habe es von Bund und Land in den vergangenen Jahren Fördermaßnahmen von 1,5 Milliarden Euro gegeben, jetzt fehle es aber an Fachpersonal für den Waldumbau, kritisierte Bernd Lauterbach vom BDF Bayern auf BR-Anfrage. Pröbstle bemängelt, es habe seit den 1990er Jahren einen massiven Stellenabbau im Bereich Forst gegeben.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!