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Einzelhändler in Nürnberg leiden: Umsätze brechen ein | BR24

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Corona sorgt bei den Nürnberger Einzelhändlern für massive Verluste. Manche klagen über Umsatzrückgänge von bis zu 95 Prozent. Das berichtete Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König nach einem Treffen mit Vertretern des Handels.

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Einzelhändler in Nürnberg leiden: Umsätze brechen ein

Corona sorgt bei den Nürnberger Einzelhändlern für massive Verluste. Manche klagen über Umsatzrückgänge von bis zu 95 Prozent. Das berichtete Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König nach einem Treffen mit Vertretern des Handels.

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Von
  • Oliver Tubenauer

Der Lockdown geht Händlern und Gastronomen an die Substanz. Rücklagen seien aufgebraucht, Investitionen gestrichen und und teilweise müssten die Inhaber bereits ihre Altersvorsorge angreifen, so Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König (CSU). Zudem gebe es eine Wettbewerbsverzerrung, weil viele Supermärkte, die nicht vom Lockdown betroffen sind, auch Waren verkaufen, die nicht im Lebensmittelbereich anzusiedeln seien. Dies gehe zu Lasten der Geschäfte, die derzeit lediglich auf das Click-and-Collect-Geschäft setzen können, erklärte der Nürnberger OB.

Click-and-Collect hilft Einzelhändlern nur wenig

Einer, der auf das Click-and-Collect-Geschäft setzt, ist Klaus Harl. Er ist Geschäftsführer des inhabergeführten Küchen Loesch. Das Geschäft ist in Nürnberg eine Institution. Hochwertige Haushaltswaren, Gläser, Porzellan, Kaffeemaschinen – das alles wird mittlerweile in der fünften Generation verkauft – seit 174 Jahren. Doch die die Waren, die online bestellt und persönlich abgeholt werden, sind nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, sagt Harl. "Meine Phantasie hätte nicht ausgereicht, um mir vorzustellen, dass wir im Weihnachtsgeschäft zumachen müssen", erklärt Harl im Hinblick auf den am 16. Dezember in Kraft getretenen Lockdown. Mittlerweile funktioniert das Click-and-Collect-Geschäft, bei dem die Kunden im Internet oder telefonisch bestellen zwar, aber das bringe nur etwa zehn Prozent des normalen Umsatzes. "Die anderen 90 Prozent sind weg", sagt der Geschäftsführer.

Personal bei Küchen Loesch in Kurzarbeit

Für die rund 50 Mitarbeiterinnen hat Harl erneut Kurzarbeitergeld beantragt. Auch das Personal sei verunsichert. "Viele fragen sich, wie lange das noch gutgehen kann", berichtet der Küchen Loesch-Chef. Er selbst lebt von Ersparnissen und von einer Rente, die der Senior mittlerweile bezieht. Was die zugesicherten Finanzhilfen angeht, ist er allerdings im Unklaren. Auch sein Steuerberater habe ihm noch nichts konkretes mitteilen können.

OB König ärgert sich über Bürokratie

An den Unklarheiten bei den Finanzhilfen reibt sich auch Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König. Die Berechnungsgrundlage der Hilfszahlungen würden von den Betroffenen vielfach als unnötig kompliziert, ungerecht, willkürlich und unzureichend empfunden, kritisiert der CSU-Politiker. Das Wort "Pleitewelle" nimmt er nicht in den Mund, aber: "Vielen geht die Luft aus." Derzeit sehe er in Nürnberg nicht nur Schilder mit der Aufschrift "Wegen Corona geschlossen", sondern auch "Geschäftsaufgabe für immer", sagte König dem BR.

König fordert "Marshall-Plan" für Innenstädte

Deswegen will König einen "Marshall-Plan" für die deutschen Innenstädte mit auf den Weg bringen. Bund und Länder müssten Projekte finanziell unterstützen, die für Attraktivität in den Innenstädten sorgen sollen. Im Hinblick auf seine eigene Stadt sagt König: "Wir können uns nicht leisten, dass wir nach der Pandemie eine Geisterstadt sind."

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Die Nürnberger Einzelhändler klagen zum Teil über Umsatzrückgänge von bis zu 95 Prozent. Das berichtete Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König (CSU) nach einem Treffen mit Vertretern des Handels.

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