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Erhalt der Flussperlmuschel: Naturschützer hoffen auf Förderung | BR24

© dpa-Bildfunk/Angelika Warmuth

Eine Biologin hält eine geschlossene Flussperlmuschel in der Hand.

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    Erhalt der Flussperlmuschel: Naturschützer hoffen auf Förderung

    Im Landkreis Passau kümmern sich Züchter um den Erhalt der Flussperlmuschel in Bayern. Bald könnten wichtige Fördergelder wegfallen. Das stellt die Naturschützer vor ein Problem, denn die Muschel vermehrt sich kaum noch natürlich.

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    • BR24 Redaktion

    Sie sichern den Bestand der aussterbenden Flussperlmuschel in Bayern, doch nun müssen Züchter im Landkreis Passau um Fördergelder bangen. Damit sind sie nicht alleine. Auch für die Züchtungen im Landkreis Hof ist mit Beginn des neuen Jahres ein großer Teil der finanziellen Hilfen weggebrochen. "Mit den beiden Projekten haben wir das erste Mal den Negativtrend gestoppt", sagt Marco Denic vom Landschaftspflegeverband Passau. Jetzt hoffen die Naturschützer auf Zuschüsse aus dem Bundesprogramm Artenvielfalt.

    Bundesweite Vernetzung angestrebt

    Mit Hilfe der Förderung wollen sich die Züchter aus Niederbayern und Oberfranken mit Verantwortlichen anderer Muschel-Projekte und Wissenschaftlern aus ganz Deutschland zusammentun und ein Netzwerk aufbauen. "Wir streben mit dem neuen Projekt an, das Verbreitungsgebiet der Flussperlmuschel in Deutschland vollständig abzudecken", sagt Denic. "So haben wir eine realistische Chance, dass sich die Bestände langfristig wieder erholen."

    Flussperlmuschel-Vorkommen vor allem in kalkarmen Gewässern

    Denic schätzt, dass 90 Prozent der Flussperlmuscheln, die es bundesweit gibt, in bayerischen Gewässern leben. Sie kommen vor allem in kalkarmen Gewässern im Osten Bayerns vor – speziell in Niederbayern, der Oberpfalz und Oberfranken. Das ist laut dem Geschäftsführer beim Bund Naturschutz Hof, Wolfgang Degelmann, auch auf historische Gegebenheiten zurückzuführen. "An der ehemaligen Grenze zur DDR und Tschechien war die Natur über Jahrzehnte unberührt", so Degelmann. Es habe keine extensive Landwirtschaft, kein Eindringen der Industrie gegeben.

    Bestand zurückgegangen

    Dennoch gehen die Bestände im Freistaat offenbar rapide zurück. In den 1960er-Jahren lebten in den Bächen in der Region Hof laut Bund Naturschutz Millionen Muscheln. Heute sollen es rund 30.000 sein. Im Bereich Passau liegt dem Landschaftspflegeverband zufolge der Bestand bei etwa 10.000 bis 15.000 Stück.

    Auslaufende EU-Förderung

    Ohne Zucht hätte die Muschel, die sich kaum noch natürlich vermehrt, keine Chance. Deshalb wird im Landkreis Hof jetzt versucht, die Züchtung mit Hilfe von Geldern aus der Landschaftspflege aufrecht zu erhalten. In den vergangenen drei Jahren konnten die Züchter noch 1,3 Millionen Euro investieren. Die Summe stammte hauptsächlich aus EU-Geldern. Doch Ende 2020 lief das Projekt ohne Verlängerung aus. "Da gibt's kein Rütteln und kein Wehen", sagt Degelmann.

    Ziel: Gewässerqualität verbessern

    Im Landkreis Passau geht die derzeitige Förderung noch bis Ende Juni, so Denic. Bis dahin hoffen die Züchter auf die Aufnahme in das Bundesprogramm Artenvielfalt. Langfristiges Ziel sei es, die Qualität und die Strukturen der Gewässer zu verbessern, sagt der Leiter des Passauer Flussperlmuschelprojekts. "Die Muscheln brauchen keine unnatürlich hohen Nährstoffe - so viel Sand und Schlamm - sondern Trinkwasserqualität."

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