Ein Mädchen gibt am 15.09.2017 in Ustersbach (Bayern) bei der Jugendwahl U18 ihre Stimme ab.

Bildrechte: picture alliance / Stefan Puchner/dpa | Stefan Puchner
  • Artikel mit Audio-Inhalten
>

U18-Wahl in Bayern: So wählt die Jugend

U18-Wahl in Bayern: So wählt die Jugend

Mit rund 68.000 Teilnehmern vermeldet der Bayerische Jugendring (BJR) eine Rekordbeteiligung bei der diesjährigen U18-Bundestagswahl im Freistaat. In fast 700 Wahllokalen konnten Kinder und Jugendliche von 10. bis 17. September ihre Stimme abgeben.

In Bayern haben sich rund 68.000 Kinder und Jugendliche an den U18-Bundestagswahlen beteiligt. In fast 700 Wahllokalen gaben sie ihre Stimme ab, wie der Bayerische Jugendring (BJR) am Wochenende mitteilte. Hier die Ergebnisse des Urnengangs: Die CSU kam auf 21,15 Prozent (bundesweit CDU/CSU: 16,91 Prozent) und Bündnis90/Die Grünen auf 18,44 Prozent (bundesweit: 20,99 Prozent). Auf die SPD entfielen 16,74 Prozent (bundesweit: 19,30 Prozent) sowie auf die FDP 12,38 Prozent (bundesweit: 11,97 Prozent). Die AfD kam der Mitteilung zufolge auf 5,75 Prozent (bundesweit 5,82 Prozent) sowie Die Linke auf 5,58 Prozent (bundesweit: 7,52 Prozent). Die sonstigen Parteien erhielten eine Zustimmung von 19,95 Prozent (bundesweit: 11,81 Prozent).

Rekordbeteiligung bei U18-Bundestagswahl in Bayern

Die hohe Wahlbeteiligung und der Rekord bei den Wahllokalen in Bayern zeigten, junge Menschen wollten, dass ihre Lebenswirklichkeit endlich zum Gegenstand von Politik werde, erklärte BJR-Präsident Matthias Fack. Nicht zuletzt die Corona-Pandemie habe deutlich gemacht, dass die Bedürfnisse, Wünsche und Sorgen der Jugend nicht ausreichend wahrgenommen und gehört würden. "Es wird endlich Zeit, das Wahlalter zu senken", forderte Fack. "Junge Menschen besser zu beteiligen und ihnen eine richtige Stimme zu geben, ist ein längst überfälliger Schritt."

BJR für Wahlrecht ab 14 Jahren

Der BJR fordert seit 2005, das aktive Wahlrecht für Kommunal-, Landtags-, Bundestags- und Europawahlen auf das 14. Lebensjahr abzusenken. Politische Beteiligung sei ein Recht junger Menschen. "Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Parteien die Belange junger Menschen bei einem niedrigeren Wahlalter ernster nehmen und besser berücksichtigen würden", so Fack.

Bundesweit 250.000 Teilnehmer

Die U18-Wahlen sind laut Mitteilung eine der größten Initiativen politischer Jugendbildung in Deutschland und eng mit dem Thema der Wahlalterabsenkung verbunden. Der BJR koordiniert seit 2009 die U18-Wahlen im Freistaat. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, die aufgrund ihres Alters nicht an den offiziellen Wahlen teilnehmen können, konnten dieses Mal für die U18-Bundestagswahl ihre Stimme vom 10. bis 17. September abgeben. Bundesweit machten dabei fast 250.000 Kinder und Jugendliche mit. Dafür seien über 2.600 Wahllokale zur Verfügung gestanden.

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!