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Es ist die größte Übernahme in der Geschichte von Siemens: Die Medizintechnik-Tochter Healthineers übernimmt den Spezialisten für Strahlentherapie Varian für die Summe von über 16 Milliarden Dollar. Jetzt sind alle Hürden für den Deal ausgeräumt.

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Erfolgreicher Megadeal: Siemens Healthineers übernimmt Varian

Siemens Healthineers hat für rund 14 Milliarden Euro den US-Krebsspezialisten Varian übernommen. Alle rechtlichen Hürden für den Megadeal konnten ausgeräumt werden. Damit sollen vor allem bessere Therapien für Krebspatienten möglich werden.

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Von
  • Julia Demel

Der Medizintechnikkonzern Siemens Healthineers mit Sitz in Erlangen hat heute (15.04.21) den erfolgreichen Abschluss der Übernahme des US-Krebsspezialisten Varian bekannt gegeben. Anfang August 2020 hatte das Unternehmen angekündigt Varian für 16,4 Milliarden US-Dollar (rund 14 Mrd. Euro) kaufen zu wollen, die größte Übernahme in der Geschichte von Siemens.

Grünes Licht für den Megadeal

Inzwischen haben sowohl die Aktionäre von Varian als auch die Kartellbehörden in den USA, China und Europa grünes Licht für den Deal gegeben. Heute wurde Varian als eigenständiges Unternehmen von der Börse genommen. Der Name soll jedoch mit dem Zusatz „Siemens Healthineers Company“ erhalten bleiben, da er bei Onkologen weltweit einen guten Ruf genieße. Bernd Montag, Vorstandsvorsitzender von Siemens Healthineers sagte, mit dem Abschluss der Transaktion sei das Unternehmen nun hervorragend positioniert um die Krebsbehandlung noch weiter zu verbessern.

„Letztendlich geht es darum, dass für jeden Patienten genau die richtige Behandlung zur richtigen Zeit zur Verfügung steht, in dem sich das Unternehmen, dass am besten diagnostizieren kann, und das Unternehmen, dass die modernsten Krebstherapien zur Verfügung stellt, zusammenschließen.“ Bernd Montag, Vorstandsvorsitzender Siemens Healthineers AG

Innovationen in der Krebstherapie

Patienten könnten nun während der gesamten Versorgungskette der Krebsbehandlung hinweg unterstützt werden. Varian ist weltweit führend in der Strahlentherapie, Siemens Healthineers hat seine Stärken bisher in der Bildgebung und der Labordiagnostik. Als Ziel gibt das Unternehmen an künftig auch mittels Künstlicher Intelligenz die Behandlung von Krebspatienten noch individueller anpassen zu können und damit die Überlebensrate bei Krebs zu erhöhen.

Stärkung der fränkischen Standorte

Mit dem Zukauf baut Siemens Healthineers seine Position als globales Medizintechnikunternehmen weiter aus und stärkt damit auch die Standorte in Franken. In Forchheim baut das Unternehmen gerade für 350 Mio. Euro einen neuen Fertigungs- und Entwicklungsstandort, weil die Flächen am Stammsitz in Erlangen viel zu klein geworden sind. Hier sollen einmal 700 Mitarbeiter arbeiten. Insgesamt hat Siemens Healthineers rund 10.000 Mitarbeiter im Großraum Nürnberg. Weltweit sind es rund 54.000, jetzt kommen noch 11.000 von Varian hinzu. Gemeinsam wollen sie den Kampf gegen Krebs auf eine neue Stufe heben.

Positive Kursentwicklung der Siemens Healthineers Aktie

Das Geld für die Übernahme hatte Siemens Healthineers sich mittels zweier Kapitalerhöhungen besorgt, zudem hatte der Mutterkonzern Kredite bereitgestellt. Der Zukauf war im vergangenen Jahr von Börsenspezialisten als zu teuer kritisiert worden. Inzwischen goutieren die Anleger den Kauf aber offenbar, denn der Aktienkurs liegt nach Verlusten im vergangenen Jahr mittlerweile bei etwa 47 Euro und damit rund sechs Euro über dem von August 2020.

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In Forchheim baut Siemens Healthineers für 350 Millionen Euro einen neuen Produktions- und Entwicklungsstandort.

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