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Erfolgreiche Pandemie-Übung am Josefskrankenhaus Regensburg | BR24

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Nach der Pandemie-Übung am Regensburger St-Josef-Krankenhaus zeigen sich alle Beteiligten zufrieden. Rund 70 Einsatzkräfte spielten einen Fall durch, in dem eine Frau mit Symptomen des Ebola-Virus in die Notaufnahme kommt.

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Erfolgreiche Pandemie-Übung am Josefskrankenhaus Regensburg

Eine Patientin erscheint nach einer Afrika-Reise mit Symptomen des Ebola-Virus in der Notaufnahme. Dieses Szenario wurde am Josefskrankenhaus Regensburg geübt. Rund 70 Einsatzkräfte waren an der Übung beteiligt.

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Nach der rund zweistündigen Pandemie-Übung am Regensburger St-Josef-Krankenhaus zeigen sich alle Beteiligten zufrieden. Rund 70 Einsatzkräfte spielten einen Fall durch, in dem eine Frau nach einer Afrika-Reise mit typischen Symptomen des hochgradig ansteckenden Ebola-Virus in die Notaufnahme kommt. Die Ebola-Patientin wurde von einem geschminkten Schauspieler dargestellt.

Blutiger Ausschlag auf die Arme geschminkt

Bei der Übung ging es darum, zu üben, wie Ärzte, Pfleger, Sanitäter aber auch die Feuerwehr reagieren sollen, wenn ein an einer Seuche erkrankter Patient in der Notaufnahme erscheint. Dazu kam heute eine Patientin – gespielt von einer Mitarbeiterin des Rettungsdienstes – in die Notaufnahme. Auf ihre Arme wurde ein blutiger Ausschlag geschminkt. Sie gab vor, sie sei über Weihnachten im Kongo gewesen, habe dort rohes Fleisch gegessen und leide jetzt unter Durchfall und Fieber. Aufgrund der Merkmale müssen die Ärzte im Ernstfall hier auf eine Ebola-Erkrankung schließen. Diese kann im schlimmsten Fall tödlich sein.

"Es war definitiv erschwerter als normal, aber mit Übung und Training kann man da ganz gut zurechtkommen. Da fühl ich mich gut vorbereitet", sagte Dominik, ein Sanitäter der Malteser. Mit einem sogenannten Gebläse-Schutzanzug nahm er an der Übung teil.

Wahrscheinlichkeit einer Pandemie nicht bei Null

"Die Wahrscheinlichkeit ist nicht sehr hoch, aber sie ist auch nicht bei Null. Jedes Krankenhaus muss sich für so einen Fall wappnen. Sie sehen ja gerade den aktuellen Fall mit dem Corona-Virus in Asien. Die Globalisierung nimmt zu, deswegen müssen wir für so einen Fall gewappnet sein und das müssen wir hier trainieren", sagt Sylvia Pemmerl, stellvertretende ärztliche Leiterin der Notaufnahme im St. Josef Krankenhaus in Regensburg.

Spezialanzüge schützen Personal

Im Pandemiefall sei die Eigensicherung der Krankenhausmitarbeiter äußerst wichtig. Deswegen übten die Ärzte und Pfleger das Anlegen von Schutzanzügen, Schutzbrillen, Gummistiefeln und Handschuhen. Diese Prozedur dauert rund eine viertel Stunde. In dieser Zeit wartete die Patientin im Isolierraum. Jede Öffnung und jeder Reisverschluss des Schutzanzuges wurde penibel mit Tape abgeklebt. Erst wenn sicher ist, dass der Anzug so dicht ist, dass keine Gefahr mehr für das Personal besteht, dass es sich ansteckt, darf das Patientenzimmer betreten werden und die Erstversorgung und die Vorbereitung für den Transport beginnen.

Fabian Precht, einer der Sanitäter, erklärt wie ein Gebläse-Schutzanzug funktioniert: "Das Gebläse hängt an einem Gürtel und an dem Gebläse befindet sich ein Filter. Die Gebläse saugen die Außenluft an. Die gefilterte Luft wird dann in den Anzug geblasen. So werden wir mit reiner Atemluft versorgt."

© BR/Anne-Lena Schug

Eine Einsatzkraft klebt einen Seuchenschutzanzug ab.

© BR/Anne-Lena Schug

Bei der Pandemie-Übung tragen Mitarbeiter spezielle Schutzanzüge

Patienten werden nach München oder Würzburg gebracht

Denn an Seuchen erkrankte Patienten werden nicht in Regensburg behandelt, sondern müssen auf eine Sonderisolierstation nach München Schwabing oder Würzburg gebracht werden. Für diesen Transport rückt eine sogenannte "Sondereinsatzgruppe Infekt" an. Das sind mehrere Führungsfahrzeuge, Krankenwagen, Polizeiwagen und die Feuerwehr. Insgesamt sind es sechs bis acht Autos. Die Rettungssanitäter, die die Patientin transportieren sollen, müssen ebenfalls Schutzanzüge tragen.

Nachdem die Übungs-Patientin in den Krankenwagen für den Transport verladen wurde, proben die Sanitäter noch das Ausziehen der kontaminierten Schutzanzüge. Diese werden erst mit Desinfektionsspray und dann mit reinem Wasser aus dem Feuerwehrschlauch abgespritzt. Erst dann dürfen die Anzüge ausgezogen werden.

Bislang kein Pandemiefall in Regensburg

Tritt ein Pandemiefall ein, rechnet man mit 16 Menschen, die sich allein um einen erkrankten Patienten kümmern. Außerdem wird das Gesundheitsamt informiert. Dieses gibt wiederum Warnungen an die Bevölkerung heraus – insbesondere an die Menschen, die in Kontakt mit dem Patienten oder der Patientin waren, weil sie zum Beispiel im gleichen Flugzeug saßen. In Regensburg gab es noch nie einen Pandiemiefall. Trotzdem will das St. Josef Krankenhaus in Regensburg für den Ernstfall gewappnet sein und übt alle zwei Jahre den Pandemiefall.

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