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Influencer, Prämien, Tinder: So finden Firmen heute Mitarbeiter | BR24

© BR/ David Donocik

Arbeitssuchende müssen sich häufig gar nicht mehr bewerben, sondern es läuft umgekehrt: Firmen bewerben sich um Mitarbeiter. Ein Beispiel aus dem Landkreis Eichstätt.

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Influencer, Prämien, Tinder: So finden Firmen heute Mitarbeiter

Arbeitssuchende müssen sich häufig gar nicht mehr bewerben, sondern es läuft umgekehrt: Firmen bewerben sich um Mitarbeiter. Wie das funktionieren kann, zeigt ein Unternehmen aus Gaimersheim bei Ingolstadt.

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Unternehmen gehen neue Wege, und zwar aktiv zu den Bewerbern. Heutzutage ist es längst nicht mehr immer so, dass sich Arbeitssuchende bewerben müssen, sondern umgekehrt: Firmen buhlen um die Gunst potentieller Mitarbeiter. Ein Beispiel: die Firma ASAP in Gaimerheim bei Ingolstadt.

Neue Mitarbeiter per Messenger

"Hallo ich bin der Josef. Ich arbeite bei ASAP... und ihr dürft mich heute begleiten über den Karrierechat, was ich den ganzen Tag so treibe." Blogger Josef bei ASAP

Zum ersten Mal in seinem Leben versucht Josef sich als Blogger. Eigentlich ist Dr. Josef Baumgartner promovierter Kybernetiker. Bei ASAP leitet er ein Team aus Informatikern, Mathematikern, Elektroingenieuren, Maschinenbauern und Mechatronikern. Er zeigt ihnen die Teeküche mit den kostenlosen Obstkörben und Getränken und lässt sie virtuell mit in ein Testauto steigen, um Ergebnisse zur Fahrzeugerkennung zu überprüfen.

Josef und sein Arbeitgeber suchen ständig nach neuen Mitarbeitern. So arbeitet er nicht nur an Zukunftstechnologien für die Automobilbranche, sondern auch als Eintags-Influencer und akquiriert so neue Mitarbeiter über WhatsApp.

Handy-Stream statt Bewerbungsgespräch

Spontane Einblicke kann die Firma als Handy-Stream leichter zeigen als beim klassischen Bewerbungsgespräch im Büro. Das ehemalige Startup ASAP entwickelt Funktionen für die Zukunftsthemen in der Automobilbranche, für Digitalisierung, E-Mobilität, autonomes Fahren. Seit der Gründung vor einem guten Jahrzehnt wächst die Firma. Heute hat sie 1.200 Mitarbeiter - und es sollen noch mehr werden.

Konkurrenz um dieselben Talente

Der Karriere-Chat ist die neueste Aktion von ASAP, um sich als Arbeitgeber ins rechte Licht zu setzen. Employer Branding nennt sich das im Fachjargon. Das ist notwendig, meint Geschäftsführer Robert Morgner, um kluge Köpfe an einen Standort wie Gaimersheim zu locken. Die Gemeinde habe einfach weniger zu bieten als München oder Berlin. Hinzu kommt: keine Firma kann höhere Gehälter zahlen als der Autobauer Audi im nahen Ingolstadt.

Arbeitnehmersuche auf Tinder

Geschäftsführer Robert Morgner wirbt auf vielen Wegen um Bewerber. Auf der eigenen Homepage mit Image-Filmen, bei Vorträgen an Unis und auf Job-Messen. Die Firma nutzt auch Social Media. Selbst auf der Partner-App Tinder hat sich das Start-up schon für kurze Zeit getummelt, schmunzelt Morgner: "Das war letztendlich eine Guerilla-Aktion, um die neue Webpage bekannter zu machen."

Anwerbe-Prämien für die Mitarbeiter

Der wichtigste Weg für ASAP, um an neue Mitarbeiter zu kommen, sind die Kontakte der Mitarbeiter. Dafür setzt Robert Morgner bei seinen Angestellten sogar Anwerbe-Prämien aus:

"Wir zahlen zwischen 1.000 und 4.000 Euro pro erfolgter Einstellung. Nach dem Motto: 'Arbeite für uns und empfehle uns weiter!'" Robert Morgner, ASAP-Geschäftsführer

Erfolg durch Arbeitgeber-Marketing

In Summe lohnt sich das aufwändige Arbeitgeber-Marketing. Seit das Unternehmen seine Anstrengungen massiv erhöht hat, ist auch die Zahl der Bewerbungen gestiegen, so ASAP-Geschäftsführer Robert Morgner.

"In den vergangenen zwei Jahren haben wir die Anzahl der Bewerbungen bei uns verdoppelt." ASAP-Geschäftsführer Robert Morgner