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Erfindung aus Erlangen desinfiziert Einkaufswagen | BR24

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Desinfektionsgerät für Einkaufswagen

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Erfindung aus Erlangen desinfiziert Einkaufswagen

Gerade in Corona-Zeiten hat mancher ein ungutes Gefühl bei den Griffen der Einkaufwagen im Supermarkt. Ein Erlanger Unternehmer für Gebäudereinigung hat ein Gerät entwickelt, das die Wagen desinfiziert.

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Von
  • Roland Zimmermann
  • Henry Lai

Mittlerweile ist es gang und gäbe, dass alltägliche Gegenstände in regelmäßigen Abständen desinfiziert werden. Türklinken, Tischplatten und Telefonhörer werden wie selbstverständlich abgewischt, um das Infektionsrisiko zu minimieren. Auch in Supermärkten wird regelmäßig gereinigt, zum Beispiel die Einkaufswagen. Doch gerade bei gut besuchten Geschäften ist das ziemlich aufwendig.

Erfinder aus Erlangen

Ein Erlanger Erfinder hat nun eine Art Desinfektions-Waschstraße für Einkaufswagen erfunden: "reiner". Dabei ist Ingo Gartner, gewissermaßen der Vater von "reiner", gar kein Erfinder, sondern Inhaber einer Gebäudereinigungsfirma. Die Idee dazu kam ihm beim Einkaufen, sagt er. Dort hatte er beobachtet, wie Kunden umständlich versuchten, die Griffe ihrer Einkaufswagen zu desinfizieren. Zwar wird das auch von den Supermärkten selbst gemacht. Doch der Kunde weiß nicht, wann der Griff zuletzt gereinigt wurde.

Hersteller verspricht einfache Bedienung

Mit dem Gerät sollen Kunden nun selbst für Sauberkeit sorgen können. Dabei schieben sie den Einkaufswagen in die Öffnung der Waschstraße und betätigen einen Fußhebel. Ein feiner Nebel aus Desinfektionsmittel hüllt dann die Handgriffe des Einkaufswagen ein. Nach der Prozedur kann den Wagen einfach wieder herausgezogen werden.

Drei Prototypen

Ingo Gartner hat das Desinfektionsgerät gemeinsam mit seinem Sohn Fabian entwickelt. Zunächst sammelten sie Ideen. Als die Entwürfe von Vater und Sohn standen, arbeiteten sie mit Maschinenbauern aus der Region an der Umsetzung. Insgesamt drei Prototypen hat es gebraucht, bis ein marktreifes Produkt daraus wurde. Als größte Herausforderung habe sich die Wahl des geeigneten Hygienemittels herausgestellt, erklärt Gartner. Erste Tests mit alkoholischen Desinfektionsmittel vernebelten die Umgebung unangenehm.

Suche nach geeignetem Desinfektionsmittel

Auch der Versuch mit Desinfektionsmittel auf Chlorbasis war nicht zufriedenstellend. Das Chlor hatte die Oberflächen angegriffen. Auf der Suche nach dem geeigneten Desinfektionsmittel wurden Vater und Sohn Gartner schließlich in der Schweiz fündig. Dort haben sie gemeinsam mit einem Mittelständler ein Mittel entwickelt, das haut- und umweltverträglich ist, nicht entflammbar ist und die Oberflächen nicht angreift.

Erster Einsatz in Herzogenaurach

Inzwischen ist "reiner“ schon an den ersten Standorten im Einsatz. Pionier war ein Edeka–Markt in Herzogenaurach. Die Erfahrung damit sei sehr positiv, sagt Marktleiter Pascal Bächmann. "Das hat uns neue Kunden gebracht, die besonders auf strenge Hygieneregeln achten." Knapp 5.000 Euro kostet ein "reiner", der aber auch tageweise für fünf Euro angemietet werden kann. Einsetzbar wäre er zum Beispiel auch bei der Reinigung von Trolleys an Flughäfen oder der Bestuhlung in Veranstaltungssälen.

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Gerade in Corona-Zeiten hat mancher ein ungutes Gefühl bei den Griffen der Einkaufwagen im Supermarkt. Ein Erlanger Unternehmer für Gebäudereinigung hat ein Gerät entwickelt, das die Wagen desinfiziert.

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