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Erfinder der Trixi-Spiegel: Simple Idee, die Leben rettet | BR24

© Sven Hoppe/dpa

Der Trixi-Spiegel soll den toten Winkel beim Abbiegen von großen Fahrzeugen reduzieren, um die Sicht auf Fußgänger und Radfahrer zu verbessern.

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    Erfinder der Trixi-Spiegel: Simple Idee, die Leben rettet

    In München könnten bald 6.000 Trixi-Spiegel an über 1.100 Kreuzungen angebracht werden. LKW-Unfälle an den Knotenpunkten sollen so zurückgehen. Erfunden hat die Spiegel Ulrich Willburger. Seine Tochter wurde selbst Opfer eines Abbiegeunfalls.

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    25 Jahre ist es her, dass Ulrich Willburger aus Seehausen den Trixi-Spiegel erfand. Trixi, benannt nach seiner Tochter Beatrix, die kurz zuvor einen schweren Unfall hatte. Die 13-Jährige war mit ihrem Fahrrad unterwegs, als sie von einem rechts abbiegenden Betonmischer erfasst und überrollt wurde.

    Sie überlebte schwer verletzt, ist aber seitdem halbseitig gelähmt. Ein typischer Toter-Winkel-Unfall, hieß es damals von offizieller Stelle, erzählt Willburger: "Sowohl Gutachter als auch Polizei haben uns erklärt: Das wiederholt sich stereotyp, da kann man nichts machen. Das wollte ich so nicht stehen lassen."

    "Laufe gegen Wände"

    Willburgers Mission: Etwas erfinden, mit dem sich solche Unfälle künftig vermeiden lassen. Die Geburtsstunde des Trixi-Spiegels. Seine Idee ist so simpel wie sie klingt: Ein gewölbter Spiegel, idealerweise an der Ampel angebracht, in dem der LKW-Fahrer sich selbst und seine Umgebung sehen kann. Ganz ohne Toten-Winkel.

    Anders als bei einem Verkehrsspiegel, mit dem man um die Ecke schaut, sehe man auf diese Weise sofort, wer sich in direkter Nähe zum Fahrzeug aufhält, erklärt der Erfinder: "Wir nutzen den Spiegel wie einen Rasierspiegel: Ich schaue mich selber an, und mit dem Effekt, dass ich mich selber anschaue ist der Tote-Winkel weg. Das ist eigentlich alles. Und weil das so einfach ist, laufe ich gegen Wände."

    Freiburg konnte Zahl der Verkehrstoten durch Spiegel senken

    Damit spielt Willburger auf die Tatsache an, dass 25 Jahre nach seiner Erfindung hierzulande noch immer nur wenige Trixi-Spiegel in den Innenstädten zu finden sind. Deutschlandweit gibt es gerade mal tausend Stück. Lobende Ausnahme bislang: Freiburg.

    Vor einigen Jahren ließ die Stadt insgesamt 160 Trixi-Spiegel an den Ampeln installieren. Seither ist die Zahl der Verkehrstoten bei Abbiegeunfällen im Stadtgebiet laut Willburger merkbar zurückgegangen: Von neun Toten in den Jahren zuvor auf einen Verkehrstoten, seit die Spiegel hängen.

    Tausende neue Trixi-Spiegel für München

    Von der Entscheidung, dass die Stadt München nun im großen Stil Trixi-Spiegel anschaffen will – gleich 6.000 Stück für über 1.100 Kreuzungen – sei er einigermaßen überrascht, sagt Willburger. Doch er meint, dass die Entscheidung dazu besser spät als nie komme. "Also wenn ich selber an eine Kreuzung fahre, und sehe, dass da ein Spiegel ist, dann freut mich das", so Willburger. "Das freut mich, weil ich sag‘ mir, hier ist die Chance geschaffen, dass so ein Unfalltypus verhindert wird. (…) Dem Fahrer muss die Chance eingeräumt werden, dass er den Unfall vermeiden kann und den kann er nur vermeiden, wenn er die Gefahr sieht."