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Erfinder aus Gemünden will nachhaltige Corona-Masken produzieren | BR24

© BR/Albrecht Rauh

Mit Kunststoffmasken will ein Unternehmer aus Gemünden Müll reduzieren. Die Maske kann in der Spülmaschine gereinigt werden, das eingesetzte Vlies soll FFP-3-Standard entsprechen. Das Problem: Sie hat noch keine Zertifizierung.

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Erfinder aus Gemünden will nachhaltige Corona-Masken produzieren

Mit Kunststoffmasken will ein Unternehmer aus dem unterfränkischen Gemünden Müll reduzieren. Die Maske kann in der Spülmaschine gereinigt werden, das eingesetzte Vlies soll FFP-3-Standard entsprechen. Das Problem: Sie hat noch keine Zertifizierung.

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Normalerweise stellt die Niemann-Group aus Gemünden am Main im Landkreis Main-Spessart unter anderem Feingussformen für die Luft- und Raumfahrt sowie die Automobilindustrie her. Doch weil in diesen Bereichen möglicherweise Aufträge wegen der Corona-Krise wegbrechen, hatte sich das Familienunternehmen entschieden, Masken zu produzieren.

Nachhaltig sollten sie sein und mit Filtern ausgerüstet, die dem hohen FFP3-Standard entsprechen. Erreicht werden soll das durch einen Vlieseinsatz, der sowohl mechanisch, als auch elektrostatisch feinste Partikel aus der Atemluft filtert. Doch bei der Produktion zeigen sich große Hürden.

Problem: Filtermaterial ist schwer zu bekommen

"Seit April versuchen wir ordentliches Filtermaterial zu bekommen. Es ist komplett ausverkauft. Firmen wie unsere werden überhaupt nicht beliefert", sagt Thomas Niemann, der Chef des Familienbetriebs. Das bremst die Produktion der umweltfreundlichen Mehrwegmaske. Dabei soll die Erfindung aus Gemünden zahlreiche Vorteile bieten.

Die Maske könne man in der Spülmaschine reinigen, die Menge des Abfalls werde erheblich reduziert, weil ja lediglich das kleine Filtervlies entsorgt werden müsse und nicht mehr die ganze Maske. Und auch für Brillenträger sei die "Covi-Mask" gut geeignet, da die Brille beim Tragen nicht mehr beschlagen soll. Doch das größte Hindernis ist die fehlende Zertifizierung.

Zertifizierung der Maske muss schnell erfolgen

Die Masken von Niemann samt Filter sind nicht zertifiziert, das schreibt er auch auf seiner Internetseite. Ohne Zertifizierung ist ein Verkauf kaum möglich. Doch der Erfinder Thomas Niemann gibt nicht auf. Er hat jetzt eine Kooperation gestartet mit einem Unternehmen für Lungenfunktionsdiagnostik aus Niederlauer bei Bad Neustadt. Das Unternehmen liefert ihm das Vlies und will die Zertifizierung zusammen mit Niemann auf den Weg bringen. Geschäftsführer Jürgen Behringer macht dem Erfinder aus Gemünden auch Hoffnung, dass ein solches Verfahren relativ zügig abgewickelt werden könne. "Wir könnten innerhalb von drei bis vier Wochen eine Zulassung erwirken", so Behringer.

Produktion kann sofort starten

Sollte eine Zertifizierung der "Covi-Mask" aus Gemünden schnell erfolgen, könnte das Unternehmen etwa zehntausend Stück pro Tag produzieren. Allerdings ist der großangelegte Einstieg in die Maskenproduktion für das Familienunternehmen aus dem Landkreis Main-Spessart mit erheblichen Risiken verbunden. Denn derzeit tummeln sich zahlreiche Anbieter auf dem Markt. Thomas Niemann hofft nun, dass sein Konzept der nachhaltigen Maske mit Vlieseinsatz überzeugt.

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Mit Kunststoffmasken will ein Unternehmer aus dem unterfränkischen Gemünden Müll reduzieren. Die Maske kann in der Spülmaschine gereinigt werden, das eingesetzte Vlies soll FFP-3-Standard entsprechen. Das Problem: Sie hat noch keine Zertifizierung.

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