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Erding: Corona-Objekte fürs Museum | BR24

© BR/Birgit Grundner

Ende Januar wurde in Deutschland der erste Corona-Fall gemeldet. Heute haben wir täglich etwa 1.400 Neuinfektionen. Aber irgendwann wird die Pandemie Geschichte sein. Das Museum Erding sammelt deshalb schon Fotos, Dokumente und Gegenstände.

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Erding: Corona-Objekte fürs Museum

Ende Januar wurde in Deutschland der erste Corona-Fall gemeldet. Heute haben wir täglich etwa 1.400 Neuinfektionen. Aber irgendwann wird die Pandemie Geschichte sein. Das Museum Erding sammelt deshalb schon Fotos, Dokumente und Gegenstände.

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Corona ist derzeit allgegenwärtig in Deutschland und bestimmt maßgeblich unseren Alltag. Das will das Museum Erding dokumentieren und künftigen Generationen zeigen. Schon jetzt sind viele historische Zeitzeugnisse gesammelt worden.

Riesenflugzeug aus Verpackungskartons

© BR/Birgit Grundner

Harald Krause zeigt das Flugzeug aus Kartonpappe

Eines der Prunkstücke steht ganz oben im Regal des Depots: ein Pappflugzeug mit ordentlichen Ausmaßen. Am Material hat es schließlich nicht gefehlt: Gebastelt hat es ein junger Mann, der sich während des Lockdowns viele Pakete verschiedener Dienstleister schicken ließ. Aus den Kartons wurde dann ein Doppeldeckerflugzeug mit einer Spannweite von 1,50 Metern.

Rührende Zeilen und Blumensamen eines Enkels

Museumsleiter Harald Krause kann aber auch schon viele kleine Schätze herzeigen. Zu seinen persönlichen Favoriten gehört die Post, die ein Bub an Ostern an die Oma geschickt hat. In dem Päckchen waren Blumensamen und eine Karte.

"Wenn ich wieder zu Dir kommen darf, säen wir gemeinsam diesen Blumensamen aus, um eine Blumenwiese im Herbst zu haben." Karte des Enkels

Ins Museum ist natürlich nur ein kleiner Teil des Samens gewandert, der große Rest ist hoffentlich längst ausgesät. Die Corona-Pandemie hat den Alltag – bis heute – verändert, und sie macht auch Dinge zu Sammelstücken, die früher niemals jemand ins Museum gebracht hätte.

Kassenbons mit reduzierter Mehrwertsteuer

Harald Krause zieht eine große Schachtel aus dem Regal. Darin sind etwa Kassenbons mit der coronabedingt reduzierten Mehrwertsteuer, Einlasskarten für einen Gottesdienst und eines der Hygienetücher, die in Supermärkten an Kunden ausgegeben wurden.

Küchenrollen als Ersatz für Toilettenpapier

Gut 300 Einsendungen hat das Museum Erding bereits bekommen. Es sind Gegenstände wie das kürbisgroße Häkelvirus dabei. Überwiegend sind es aber Digitalfotos: witzige Masken - leere Geschäfte - Schausteller, welche die gelagerten Einzelteile ihrer Fahrgeschäfte putzen - Demonstranten auf dem Erdinger Schrannenplatz - ein Mann, der seinem Sohn im Garten die Haare schneidet - Küchentuchrollen, die halbiert und so zu Klopapierrollen umfunktioniert worden, als es im Laden gerade keine mehr gab.

Corona-Bilderflut reißt nicht ab

Es kommen immer noch weitere Bilder an. Als sie kürzlich aus dem Urlaub gekommen sei, sei ihr Mail-Postfach "voll mit Einsendungen zu Corona" gewesen, erzählt Susanne Brudermüller. Besonders freut die Museumsmitarbeiterin, dass immer so viele originelle Fotos dabei sind. So wurden zum Beispiel Tiere oder Autos mit Masken fotografiert.

Beschriften und erklären: die eigentliche Arbeit beginnt

Alles wird beschriftet und genau erklärt, damit auch künftige Generationen verstehen, was da 2020 eigentlich los war. Zahlreiche Foto-Ausdrucke sind derzeit im Foyer ausgestellt und können täglich - außer montags - von 13 bis 17 Uhr besichtigt werden. Eine richtige Ausstellung zum Thema Corona ist vorerst noch nicht geplant.

"Wer geht schon und schaut sich selbst im Museum an, wie er gerade lebt, das ist - glaube ich - noch nicht museumsreif." Harald Krause, Museumsleiter in Erding

Niemals museumsreif werden übrigens die Amerikaner, die ein Erdinger Bäcker gebacken hat – mit Augen und Mundschutz aus Zuckerguss. Das Museumsteam hatte schon welche gekauft und überlegt, "einen für die Ewigkeit aufzuheben", sagt Harald Krause: "Aber er hat dann besser geschmeckt, und wir haben ihn doch nicht aufgehoben."

© BR/Birgit Grundner

Häkelvirus und Klopapierrolle….

Gut 300 Einsendungen hat das Museum Erding bereits bekommen. Es sind Gegenstände wie das kürbisgroße Häkelvirus dabei. Überwiegend sind es aber Digitalfotos: witzige Masken - leere Geschäfte - Schausteller, welche die gelagerten Einzelteile ihrer Fahrgeschäfte putzen - Demonstranten auf dem Erdinger Schrannenplatz - ein Mann, der seinem Sohn im Garten die Haare schneidet - Küchentuchrollen, die halbiert und so zu Klopapierrollen umfunktioniert worden, als es im Laden gerade keine mehr gab.

Corona-Bilderflut reißt nicht ab

Es kommen immer noch weitere Bilder an. Als sie kürzlich aus dem Urlaub gekommen sei, sei ihr Mail-Postfach "voll mit Einsendungen zu Corona" gewesen, erzählt Susanne Brudermüller. Besonders freut die Museumsmitarbeiterin, dass immer so viele originelle Fotos dabei sind. So wurden zum Beispiel Tiere oder Autos mit Masken fotografiert.

Beschriften und erklären: die eigentliche Arbeit beginnt

Alles wird beschriftet und genau erklärt, damit auch künftige Generationen verstehen, was da 2020 eigentlich los war. Zahlreiche Foto-Ausdrucke sind derzeit im Foyer ausgestellt und können täglich - außer montags - von 13 bis 17 Uhr besichtigt werden. Eine richtige Ausstellung zum Thema "Corona" ist vorerst noch nicht geplant.

"Wer geht schon und schaut sich selbst im Museum an, wie er gerade lebt, das ist - glaube ich - noch nicht museumsreif." Harald Krause, Museumsleiter in Erding

Niemals museumsreif werden übrigens die Amerikaner, die ein Erdinger Bäcker gebacken hat – mit Augen und Mundschutz aus Zuckerguss. Das Museumsteam hatte schon welche gekauft und überlegt, "einen für die Ewigkeit aufzuheben", sagt Harald Krause: "Aber er hat dann besser geschmeckt, und wir haben ihn doch nicht aufgehoben."