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Erdbebenforschung in der Grube | BR24

© BR/Julia Binder

Baugrube am Erbebenzentrum Fürstenfeldbruck

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    Erdbebenforschung in der Grube

    Seit Jahrzehnten liefert das Geophysikalische Observatorium der Universität München in Fürstenfeldbruck Daten zur weltweiten Erdbebenforschung. Nun entsteht in einem Krater ein neues, riesiges Forschungsgerät, das neue Erkenntnisse liefern soll.

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    In Fürstenfeldbruck wird derzeit so etwas gebaut wie ein Navigationsgerät für unseren ganzen Planeten.

    Drehbewegungen bei Erbeben bislang kaum messbar

    Mitten auf dem freien Feld wird ein riesiger, verspiegelter Tetraeder vergraben – wie eine Dreiecks-Getränketüte mit der Spitze nach unten. Die vier dreieckigen Flächen haben eine Kantenlänge von jeweils zwölf Metern. ROMY heißt dieses insgesamt rund 2,5 Millionen teure Forschungsinstrument - und es wird bald Erdbebenrotationen auf der Welt höchstpräzise messen.

    Denn Fernmessungen sind von hier aus möglich. Nun geht es darum, bei Erdbeben eventuelle Drehbewegungen festzustellen. Das soll erstmals mit ROMY möglich sein. Aus dieser Grundlagenforschung lassen sich dann Schlüsse ziehen, wie Gebäude gegen diese Drehbewegungen besser geschützt werden können.

    Ab Spätsommer soll ROMY Daten liefern

    Bis August dauern die Bauarbeiten noch, dann kann das weltweit einzigartige Instrument die ersten Daten liefern. Denn auch wenn die Erde gerade nirgendwo bebt - für die Seismologen um Heiner Igel gibt es immer etwas zu messen:

    "Seismographie und die zeitlichen Veränderungen des Erdinneren verfolgen, das war bisher nicht möglich. Und auch da wollen wir einen Beitrag leisten mit dem neuen Instrument." Prof. Dr. Heiner Igel, Universität München

    Wenn alles so funktioniert, wie es sich die Fürstenfeldbrucker Erdbebenforscher erhoffen, dann können die Daten von ROMY in Zukunft dazu beitragen, zum Beispiel Hochhäuser, Staudämme, Windräder oder Brücken erdbebensicherer zu bauen.