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Erdbeben-Katastrophe Albanien: Humedica entsendet Hilfsgüter | BR24

© BR/Beate Bastian

Humedica bringt neue Hilfsgüter nach Albanien

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Erdbeben-Katastrophe Albanien: Humedica entsendet Hilfsgüter

Nach dem schweren Erdbeben Ende November leben immer noch Tausende in Notunterkünften. Inzwischen ermitteln die Justizbehörden wegen möglicher Verstöße gegen Bauvorschriften. Die Kaufbeurer Hilfsorganisation Humedica entsendet weitere Hilfsgüter.

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Es war das schwerste Erdbeben in Albanien seit Jahrzehnten: Ende November ist der kleine Balkanstaat von einem Beben der Stärke 6,4 getroffen worden, 50 Menschen starben. Noch immer leben Tausende in Notunterkünften. Die Kaufbeurer Hilfsorganisation Humedica entsendet nun einen weiteren Transporter mit wichtigen Hilfsgütern.

Helfer legen 1.500 Kilometer zurück

Neben den Städten Durrës und Thumanë liegen vor allem zwei Dörfer im Fokus der Helfer: Peza und Ndroq. Die Menschen hier sind, rund drei Wochen nach dem schweren Erdeben, immer noch stark traumatisiert, trauen sich nicht in ihre Häuser zurück. Sie leben in staatlich organisierten Zeltcamps, es fehlt am Nötigsten, so ein Humedica-Sprecher. Zum zweiten Mal fährt nun ein Transporter der Hilfsorganisation nach Albanien. Knapp 1.500 Kilometer müssen die ehrenamtlichen Helfer zurücklegen, eine fast 18-stündige Autofahrt.

Viele Erdbebenopfer sind traumatisiert

Nach Verbandsmaterial, Wärmeflaschen und anderen wichtigen Hilfsgütern haben die Einsatzkräfte nun Waschtische und ganz alltägliche Dinge dabei, die den Menschen dabei helfen sollen, in ihren provisorischen Unterkünften in den Alltag zurückzufinden. Auch sollen sie psychologische Hilfe bekommen. Zu diesem Zweck wird der Transporter in Albanien bleiben und den Partner-Organisationen vor Ort weiter zur Verfügung stehen.

© humedica/Sebastian Zausch

Ein vom Erdbeben völlig zerstörtes Haus in Peza

© humedica/Sebastian Zausch

Die gesamte Hauswand wurde bei dem Beben zerstört

© humedica/Sebastian Zausch

Viele Menschen müssen bei kalten Temperaturen im Zelt schlafen

© humedia/Sebastian Zausch

Humedica-Helfer Dieter Schmidt beim Aufbau eines Regals, ein Teil der Hilfslieferung

© humedica/Ergest Biti

Auch bauliche Mängel könnten Ursache für die Einstürze sein

© picture alliance/Olsi Shehu

In der Stadt Durrës sind viele Häuser zerstört

Justiz ermittelt wegen möglicher Baumängel

Die Justiz hat nach einem Bericht der Nachrichtenagentur AFP inzwischen Behörden und Bauunternehmen wegen möglicher Verstöße gegen Bauvorschriften ins Visier genommen. Es werde gegen 17 Verdächtige ermittelt, teilte die Staatsanwaltschaft am Samstag mit. Neun von ihnen seien festgenommen worden, nach acht weiteren werde noch gefahndet. Den Beschuldigten wird vorgeworfen, Bauvorschriften missachtet zu haben. Nach Angaben der Polizei in der Küstenstadt Durrës waren die Verstöße der Grund für den Einsturz mehrerer Gebäude während des Erdbebens am 26. November.

Hunderte Verletzte, Tausende wurden obdachlos

Das Beben der Stärke 6,4 war das verheerendste seit Jahrzehnten in dem armen Balkanstaat. Durrës und der nördlich der Hauptstadt Tirana gelegene Ort Thumanë waren am schwersten betroffen. Mehr als 600 Menschen wurden verletzt. Tausende wurden durch das Unglück obdachlos.