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Enttäuschung nach Betriebsversammlung bei Premium Aerotec | BR24

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Mit großer Spannung gehen die Beschäftigten des Augsburger Flugzeugbau-Zulieferers Premium Aerotec zu einer Betriebsversammlung. Betriebsrat und IG Metall haben deutlich gemacht, dass sie nun Entscheidungen zur Zukunft des Standorts erwarten.

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Enttäuschung nach Betriebsversammlung bei Premium Aerotec

Nach der Betriebsversammlung zeigen sich IG Metall und die Beschäftigten von Premium Aerotec enttäuscht. Denn der Flugzeugbau-Zulieferer machte keine klaren Aussagen zu neuen Arbeitspaketen. Ein Lichtblick: Die abgebrannte Galvanik wird aufgebaut.

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Mit vielen Fragen, aber auch vielen Hoffnungen waren am Mittwoch die IG Metall und die Beschäftigten des Augsburger Flugzeugbau-Zulieferers Premium Aerotec in die große Betriebsversammlung gegangen. Fast dreieinhalb Stunden später sind sie mit nur wenigen Antworten wieder raus gekommen, sagt Michael Leppek von der IG Metall.

Galvanik wird wieder aufgebaut

Eine gute Nachricht sei zumindest, dass der Ende 2018 abgebrannte Werksbereich der Galvanik wieder komplett aufgebaut wird. Hier habe man sich große Sorgen gemacht, dass im Falle eines Nichtwiederaufbaus auch noch die Lackierung und damit eine weitere Kompetenz am Standort Augsburg wegfallen könnte, sagt Leppek. Die Galvanik-Anlage soll nach Angaben von Premium Aerotec Ende 2020 in Betrieb gehen. Die Kosten für den Wiederaufbau liegen im zweistelligen Millionenbereich.

Keine Aussagen über neue Arbeitspakete

Michael Leppek kritisiert, dass man von Premium Aerotec keine belastbaren Aussagen zu den Arbeitspaketen bekommen habe. Also ist weiter die Frage ungeklärt, ob das Unternehmen neue Teil-Aufträge von Airbus bekommt, wie etwa die Fertigung des neuartigen Treibstofftanks für den Airbus 321. "Die 1100 Beschäftigten müssen nun über die Sommerpause damit leben, dass sie nicht wissen, wie die künftige Auslastung des Augsburger Werkes sein wird", erklärt Michael Leppek. Dementsprechend seien die Beschäftigten auch sehr enttäuscht gewesen.

IG Metall verspricht "heißen Herbst"

Doch die Mitarbeiter hätten sich auch kämpferisch gezeigt. Die IG Metall verspricht einen "heißen Herbst", falls es bis nach der Sommerpause keine Auskunft über die Arbeitspakete und die Auslastung des Augsburger Werkes gibt. Dann werde man "öffentlichkeitswirksame Aktionen" wie Demonstrationen oder Arbeitsniederlegungen starten sowie das Gespräch mit Politikern und der Premium Aerotec Mutter Airbus suchen.

Man wolle alles unternehmen, um Arbeitspakete an den Standort zu holen und die Auslastung zu erhöhen. Denn es gehe um 1100 Arbeitsplätze, deswegen wolle man rechtzeitig die Weichen stellen, sagt Leppek.