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Entsetzen im Bayerischen Wald über drohendes Aus für Skisaison | BR24

© BR/Renate Roßberger

Mit Entsetzen haben die Skigebiete im Bayerischen Wald auf die Idee der Politik reagiert, die Wintersaison wegen der Corona-Krise möglichst ganz ausfallen zu lassen. Dies würde viele Betriebe ruinieren.

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Entsetzen im Bayerischen Wald über drohendes Aus für Skisaison

"Eine Katastrophe" und "völlig unmöglich": Mit Entsetzen haben die Skigebiete im Bayerischen Wald auf die Idee der Politik reagiert, die Wintersaison wegen der Corona-Krise möglichst ganz ausfallen zu lassen. Dies würde viele Betriebe ruinieren.

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Von
  • Renate Roßberger
  • BR24 Redaktion

Die Skigebiete im Bayerischen Wald reagieren entsetzt auf die Idee, die Skisaison heuer verspätet beginnen oder ganz ausfallen zu lassen.

Katastrophe für Liftbetreiber

"Das wäre für uns eine Katastrophe", sagte die Tourismuschefin von Sankt Englmar, Astrid Piermeier, dem BR. "Die Liftbetreiber haben keine Kosten und Mühen gescheut, um Hygienekonzepte aufzustellen, dafür teils fünfstellige Beträge investiert". Außerdem gehe ein solches Verbot ins Leere. Sankt Englmar sei ein Familienskigebiet, von Haus aus immer schon ohne Après-Ski-Angebote. Man habe zudem keine geschlossenen Gondeln, sondern nur Schlepplifte, Abstand und Hygiene seien hier kein Problem. Ein solches Verbot treffe die ostbayerischen Naherholer. Sankt Englmar habe viele Skigäste aus den umliegenden Städten, die hier für ein paar Stunden zum Skifahren herkommen.

Verbot "völlig unmöglich"

Alexander Achatz von der Geißkopfbahn findet ein Skisaisonverbot "völlig unmöglich". "Dann gehen wir Bankrott", sagte er dem BR. "Wir brauchen den Winter". Bernhard Hain, Geschäftsführer des Skizentrums Mitterfirmiansreut , hofft, dass kein generelles Verbot kommt, denn das würde nicht nur die Liftbetreiber, sondern die ganze Region von der Gastronomie über die Skischulen bis zu den Gastgebern treffen. Man habe bereits Hygienekonzepte nach den Richtlinien des Verbands deutscher Seilbahnen ausgearbeitet und dafür auch Geld investiert. Er will die Skipisten trotzdem für die Wintersaison vorbereiten. Nächste Woche sollen erstmals die Schneekanonen laufen, weil die Temperaturen dann kalt genug sind. "Wenn, dann brauchen wir jetzt die Entscheidung, was mit der Wintersaison wird, und nicht erst am 15. oder 20. Dezember."

Saisonstart am 18. Dezember geplant

Der Saisonstart in Mitterfirmaisreut ist eigentlich am 18. Dezember geplant. Auch am Großen Arber ist schon alles für ein ausgeklügeltes Hygienekonzept vorbereitet, von mehrsprachigen Hinweisschildern um die Abstände zu gewährleisten bis zu Desinfektionsmitteln für Drehkreuze, Liftbügel und die Gondelbahn.

200.000 Euro für Corona-Auflagen ausgegeben

Der Wintersportort Bodenmais hat am Langlaufzentrum Bretterschachten, einem der größten der Region, bereits rund 200.000 Euro eingeplant, teils auch schon ausgegeben, für eine zusätzliche Wärmehalle und WC-Container, damit die Langläufer beim Warten Abstand halten können. Außerdem soll der Skibus im Viertelstundentakt fahren. "Wenn wir jetzt nach diesen aufwendigen Vorbereitungen, so sträflich im Stich gelassen werden, dann verliere ich meinen Glauben an die wirtschaftsorientierte Politik", sagt Bürgermeister Joachim Haller.

Leute werden trotzdem kommen

In der Region fürchtet man außerdem, dass bei einem Verbot trotzdem gerade in den verlängerten Weihnachtsferien Tagesausflügler in die Region kommen und dann alles ungeordnet abläuft. "Die Leute werden versuchen, im Winter rauszugehen", sagt zum Beispiel Bernhard Hain in Mitterfirmiansreut: "Skisport ist eine der wenigen Freizeitmöglichkeiten, die man dann hat." Denkbar ist, dass dann viele einfach quer durch die Wälder oder über die stillgelegten Pisten auf Tourenskiern fahren oder mit Schneeschuhen und Langlaufskiern unterwegs sind - ohne Hygienekonzepte und mit überfüllten Parkplätzen. Das Phänomen der massenhaften Tagesausflügler beobachtet man jetzt im November-Lockdown schon auf den Bayerwald-Bergen an jedem Wochenende.

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