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Entscheidungstag für Loewe steht bevor | BR24

© picture-alliance/dpa

Nahaufnahme eines Loewe-Fernsehers

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    Entscheidungstag für Loewe steht bevor

    Nach der zweiten Insolvenz könnte sich die Zukunft des Kronacher Fernsehgeräteherstellers Loewe bei der nächsten Gläubigerversammlung entscheiden. Mögliche Investoren gibt es zwar, Interesse am Standort Oberfranken hat aber offenbar nur einer davon.

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    Am kommenden Dienstag (26.11.19) soll auf einer Gläubigerversammlung über die Zukunft des insolventen Fernsehherstellers Loewe entschieden werden. Nach Auskunft des Kronacher Bundestagsabgeordneten Hans Michelbach (CSU) gibt es zwei mögliche Geldgeber: Einen ungenannten polnischen Investor, der nach Angaben von Michelbach nur an der Marke Loewe und seinen Maschinen interessiert sei, sowie den chinesischen Elektronikkonzern Hisense.

    Hisense besteht seit 50 Jahren und gehört mit nach eigenen Angaben 75.000 Mitarbeitern zu den weltweiten Riesen im Fernsehgerätegeschäft. Der Konzern will nach Angaben Michelbachs den Standort in Kronach und damit auch die Arbeitsplätze erhalten. Darüber hinaus sollen auch wieder Elektronikgeräte vor Ort in Oberfranken gefertigt werden. Schon bei der ersten Insolvenz 2013 hatte Geld der Chinesen Loewe aus der Patsche geholfen.

    Hoffen auf Hisense

    "Man muss natürlich hoffen, dass so eine große Firma sich am Standort Kronach ausbreitet und weiterentwickelt", so Michelbach im Gespräch mit dem Bayerischen Rundfunk. "Wir haben eine gute Zukunft, wenn es gelingt, die Firma Hisense hier wieder anzusiedeln und mit einem Forschungszentrum und einer kleinen Anfangsproduktion unter der Marke Loewe."

    Bisher unterhält Hisense nach eigenen Angaben 14 Produktionsstandorte weltweit, dazu ein Dutzend Forschungseinrichtungen. In Europa bestehen unter anderem Fabriken in Slovenien und Serbien, seitdem der Konzern Mitte 2018 die Mehrheit am slowenischen Haushaltsgerätehersteller Gorenje übernommen hat.

    Interessenten für Loewe-Immobilien

    Gute Möglichkeiten sieht auch die Stadt Kronach als Eigentümerin der Loewe-Immobilie. Ihr lägen schon mehrere Angebote für eine Nutzung der großen Fabrikations- und Lagerhallen vor. Nach Einschätzung der Stadt Kronach könnten am Ende auch mehrere Unternehmen als Mieter das derzeit brachliegende Gelände mit Leben erfüllen.

    Loewe hatte zum 1. Juli 2019 zum zweiten Mal Insolvenz angemeldet. Hintergrund ist, dass das Geschäft mit hochwertigen Fernsehern schlecht läuft. Um schwarze Zahlen schreiben zu können, müsste Loewe 180 Millionen Euro Umsatz pro Jahr machen. 2018 waren es aber nur etwa 120 Millionen. Im Jahr 2013 war der Hersteller von hochwertigen Fernsehgeräten schon einmal insolvent gewesen, hatte die Krise aber überstanden.