BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

NEU

Entscheidung um vier Quadratmeter im Stadtrat vertagt | BR24

© BR

Pappenheim

Per Mail sharen

    Entscheidung um vier Quadratmeter im Stadtrat vertagt

    Im Streit um vier Quadratmeter zwischen Albrecht Graf von und zu Egloffstein und der Stadt Pappenheim ist in der gestrigen Stadtratsitzung keine Entscheidung gefallen. Nach Informationen des Bayerischen Rundfunks wurde der Punkt vertagt.

    Per Mail sharen

    Im Raum steht eine Enteignung von Albrecht Graf von und zu Egloffstein. Was genau der Stadtrat besprechen oder beschließen wollte, darüber hat Bürgermeister Uwe Sinn (SPD) aber keine Auskunft geben. Dieser Punkt der Sitzung sei "nicht öffentlich" und deshalb geheim. Nur soviel: Vor einem Jahr habe der Graf der Stadt mitgeteilt, eine vier Quadratmeter große Fläche, die ihm gehört, einzäunen zu lassen. Die nächste Stadtratssitzung findet in drei Wochen statt – dann steht der Punkt wieder auf der Tagesordnung.

    Würde der Zaun Realität werden, hätte das weitreichende Folgen, sagt Bürgermeister Sinn. Denn die vier Quadratmeter liegen auf einer wichtigen Zufahrtsstraße.

    "Dann hätten wir keinen Zugang mehr zu unseren Stadtwerken, die ja rund um die Uhr für die Sicherheit der Stromversorgung und der Wasserversorgung zuständig sind. Außerdem wären rund 40 öffentliche Parkplätze nicht mehr mit dem Auto erreichbar." Uwe Sinn (SPD), Bürgermeister der Stadt Pappenheim

    Keine gütliche Einigung möglich

    Die vier Quadratmeter gehören seit langem der gräflichen Familie, so Sinn. Als diese das zugehörige Grundstück erworben hat, habe die Stadt es versäumt, die vier Quadratmeter auch offiziell als Straße umzuwidmen. Nun habe die Stadt ein paar Mal versucht, sich gütlich mit dem Grafen zu einigen. Doch der Graf habe einer Umwidmung nicht zugestimmt, so Sinn.

    "Eine zweite Möglichkeit wäre es, die vier Quadratmeter zu kaufen. Die dritte Variante ist, dass wir die Straße um diese vier Quadratmeter herumlegen." Uwe Sinn (SPD), Bürgermeister der Stadt Pappenheim

    Beides wäre allerdings sehr teuer. Die Straße zu verlegen würde beispielsweise "eine mittlere fünfstellige, wenn nicht sogar sechsstellige Summe" kosten. Die letzte Variante wäre schließlich eine Enteignung des Grafen. Darüber müsste allerdings das Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen entscheiden. Und der Stadtrat müsste dort zuvor einen entsprechenden Antrag stellen, so Sinn.

    Eigentlich geht es um etwas ganz anderes

    Eigentlich geht es bei dem Streit nach Angaben von Bürgermeister Sinn aber gar nicht um die vier Quadratmeter Straße, sondern um die Sanierung des Neuen Schlosses, das der gräflichen Familie gehört. Die Stadt wirft dem Grafen vor, sich dabei nicht an die Verträge gehalten zu haben. Die Grafenfamilie habe für die Sanierung Städtebauförderung erhalten – unter der Voraussetzung, dass nach dem Dach die Fassade des Ostflügels saniert wird, der auch vom Marktplatz aus zu sehen ist. Das sei aber nicht geschehen, so Sinn.

    Weitere Fördermittel gefordert

    Die Grafenfamilie möchte hingegen weitere Fördermittel haben – vorher wolle sie nicht mehr mit der Stadt sprechen, so Sinn: "Wir können aber keine weiteren Fördermittel auszahlen, weil die Voraussetzungen dafür nicht gegeben sind". Voraussetzung ist, dass die Front zum Marktplatz hin längst saniert sein müsste. Ist sie aber nicht", sagt der Bürgermeister. Die gräfliche Familie hat sich auf Anfrage des Bayerischen Rundfunks noch nicht dazu geäußert.