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Entscheidung über Schulbetrieb erst Ende August | BR24

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Nach jetzigem Stand startet die Schule nach den Sommerferien im Regelbetrieb - unter Hygieneauflagen. Sicherheit wird es, fürchtet Kultusminister Piazolo, Freie Wähler, aber wahrscheinlich erst gegen Ende August geben. Das sagte er im BR Fernsehen.

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Entscheidung über Schulbetrieb erst Ende August

Auch wenn viele Eltern Planungssicherheit fordern: Kultusminister Piazolo kündigt an, dass erst Ende August entschieden werde, ob nach den Sommerferien der Regelbetrieb an Schulen wieder aufgenommen wird. Eine Virologin fordert Schnupfen-Kontrollen.

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Auch wenn viele Eltern Planungssicherheit fordern: Kultusminister Piazolo kündigt an, dass erst Ende August darüber entschieden wird, ob der Regelbetrieb an Schulen nach den Sommerferien wieder aufgenommen wird. Virologin Ulrike Protzer fordert strenge Schnupfen-Kontrollen.

Bayerns Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) plant grundsätzlich, dass nach den Sommerferien alle Schülerinnen und Schüler wieder Präsenzunterricht haben. Dabei sollen Hygienekonzepte und sogenannte Teamlehrkräfte helfen, auch, um den Lehrermangel auszugleichen. Wünsche nach mehr Planungssicherheit wurden in der BR Fernsehsendung "jetzt red i" jedoch enttäuscht.

Piazolo entscheidet erst Ende August über Regelbetrieb

Aus Garching in Oberbayern meldete sich Johanna Scharl live per Video zu Wort und diskutierte mit dem Minister. Sie ist Elternbeiratsvorsitzende und hat eine Tochter, die nach den Sommerferien in die neunte Klasse kommt. Sie betonte, wie wichtig eine frühe definitive Entscheidung über den Regelbetrieb an den Schulen für viele Eltern wäre. Viele hätten ihren Jahresurlaub bereits aufgebraucht und müssten Homeschooling im Vorfeld neu organisieren.

Kultusminister Piazolo antwortete darauf jedoch, dass entsprechende Sicherheit während der Corona-Pandemie nicht gegeben werden könne. "Ich will da auch so früh wie möglich die Entscheidung haben", sagte er. "Ich befürchte aber: Wahrscheinlich wird es doch eher Ende August, bis wir fest sagen können, wir werden es so oder so machen." Nur wenn es weiterhin so wenige Neuinfektionen gebe wie aktuell, könne der Regelbetrieb unter Hygieneauflagen starten. Ansonsten gäbe es "Szenario B, C oder D", welche er jedoch nicht näher ausführte.

Virologin Protzer über mögliche "zweite Welle"

Immer wieder war in der Sendung von der Gefahr einer "zweiten Welle" mit Corona-Infektionen die Rede. Schließlich könnte dann flächendeckend wieder Homeschooling angesagt sein. Ulrike Protzer, Direktorin des Instituts für Virologie an der TU und am Helmholtz Zentrum München, empfahl besondere Wachsamkeit und Vorsicht: "Im Herbst gehen die Infektionen immer hoch, und die werden auch wieder hoch gehen."

Um so viel Unterricht wie möglich aufrecht zu erhalten, forderte sie eine strenge Kontrolle von ersten Symptomen wie Schnupfen. "Ich befürchte, dass wir strenger sein müssen, als wir bisher waren", erklärte Protzer. "Daheim bleiben, wenn man Symptome hat. Und diejenigen mit Symptomen tatsächlich schnell testen, noch am gleichen Tag." Dann müsse vielleicht mal eine Klasse nach Hause geschickt werden, aber nicht gleich die ganze Schule. Außerdem empfahl sie spezielle Hygieneexperten an jeder Schule - ein Konzept, über das Kultusminister Michael Piazolo mit seinen Kollegen jetzt beraten will.

Weiterhin Probleme mit Digitalisierung

Piazolo lobte in der Sendung alle Beteiligten "der Schulfamilie" für ihr Engagement während der Krise. Viele hätten sich schnell weitergebildet und ihren Unterricht kreativ auf Homeschooling umgestellt. Simon Pelczer, Schulleiter der Paul-Gerhardt-Grund- und Mittelschule in Freising, wies jedoch auf bestehende Probleme bei der Digitalisierung hin. Obwohl Geld für die Ausstattung da sei, könnten Aufträge nur langsam vergeben werden, wochenlange Wartezeiten seien die Folge. Der Gedanke daran, alle Schülerinnen und Schüler für Homeschooling mit modernen Geräten ausstatten zu müssen, bereite ihm "Bauchschmerzen".

Daraufhin meinte Kultusminister Michael Piazolo, die Geräte seien nicht alles. Zusätzlich solle es nach den Sommerferien spezielle Förderangebote für Schülerinnen und Schüler geben, die in den letzten Wochen "gewisse Lehrdefizite" gehabt hätten. Auch für den Bereich der Förderschulen würden jetzt "besondere Konzepte" erarbeitet.

Prüfungen ja, Klassenfahrten nein

Grundsätzlich gehören für Piazolo zum Regelbetrieb nach den Ferien auch wieder Leistungsproben und Zeugnisse. Einen "Abschluss light" werde es auch künftig in Bayern nicht geben. Klassenfahrten und Ausflügen erteilte er jedoch eine Absage, vorerst bis 31. Januar 2021. Die Gefahr von Ansteckungen sei dabei zu hoch. "Wir tun das nicht, weil wir Spaßbremsen sind, sondern weil wir da eine größere Gefährdung sehen", erklärte Piazolo.

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