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Entscheidung: Nördlinger Ries wird vorerst kein Unesco-Geopark | BR24

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Die Absage auf die Bewerbung um einen Unesco-Geopark überrascht. Die Kommission begründet: Das Ries grenzt an die Schwäbische Alb – und dort besteht schon ein Unesco-Geopark. Doch der Trägerverein wagt einen zweiten Anlauf.

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Entscheidung: Nördlinger Ries wird vorerst kein Unesco-Geopark

Die Absage auf die Bewerbung um einen Unesco-Geopark überrascht. Die Kommission begründet: Das Ries grenzt an die Schwäbische Alb – und dort besteht schon ein Unesco-Geopark. Doch der Trägerverein wagt einen zweiten Anlauf.

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Das Nördlinger Ries wird vorerst kein Unesco-Geopark. Das hat die deutsche Unesco-Kommission in Mündling (Lkr. Donau-Ries) mitgeteilt. "Die Entscheidung hat uns in ein paar Punkten überrascht“, so der Donau-Rieser Landrat Stefan Rößle (CSU).

Schwäbische Alb und Nördlinger Ries: Zu ähnlich?

Ausschlaggebend für die Ablehnung war die Tatsache, dass der derzeitige Geopark Ries an den schon bestehenden Unesco-Geopark Schwäbische Alb in Baden-Württemberg angrenzt. Obwohl beide Geoparks geologisch vollkommen unterschiedlich sind, seien diese Unterschiede anscheinend nicht eindeutig genug in der Bewerbung herausgestellt worden, erklärte Lutz Möller von der deutschen Unesco-Kommission die Begründung seiner internationalen Kollegen, die die Entscheidung getroffen haben.

Geopark Ries bewirbt sich erneut

Trotzdem hatte die Unesco-Jury nach einem Besuch im Ries festgestellt, dass der 20 Kilometer große Meteoritenkrater ein weltweit herausragendes geologisches Erbe darstelle. Deshalb wird sich der Geopark Ries auch erneut um den Unesco-Titel bewerben. Landrat Rößle ist deshalb zuversichtlich, dass es in einem neuen Anlauf klappen könnte.

Fachgutachten soll Unterschiede herausarbeiten

Ein geologisches Fachgutachten soll nun möglichst schnell die sehr großen geologischen Unterschiede zwischen dem Schichtstufenland der Schwäbischen Alb und dem Meteoritenkrater im Nördlinger Ries wissenschaftlich bestätigen. Frühestens im Frühjahr 2021 könnte der Geopark Ries dann einen Unesco-Titel bekommen. Damit wäre der Geopark der erste in Bayern mit einem Unesco-Label. In ganz Deutschland gibt es zurzeit sechs.

Nördlinger Ries ist eine geologische Sensation

Unter Geologen ist das Nördlinger Ries weltweit ein Begriff. Vor rund 15 Millionen Jahren schlug ein ein Kilometer großer Asteroid mit einer Geschwindigkeit von 70.000 km/h ins Ries ein. Er hinterließ einen Einschlagskrater mit 20 Kilometern Durchmesser, der bis heute die Landschaft prägt. Weltweit ist das einer der am besten erhaltenen Impaktkrater. Durch den enormen Druck und extrem hohe Temperaturen entstanden im Ries Gesteine, die man sonst fast nirgends auf der Welt findet.