BR24 Logo
BR24 Logo
Bayern

Entlastung für Garmisch: Bau des Kramertunnels gestartet | BR24

© BR / Julia Schlegel

Nach langer Planung hat der Bau des Kramertunnels in Garmisch-Partenkirchen begonnen. Er soll den Ortsteil Garmisch in Richtung Grainau vom Verkehr entlasten. Mit dem Spatenstich - oder Tunnelanschlag - begannen die Arbeiten an der Hauptröhre.

3
Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Entlastung für Garmisch: Bau des Kramertunnels gestartet

Nach langer Planung hat der Bau des Kramertunnels in Garmisch-Partenkirchen begonnen. Er soll den Ortsteil Garmisch in Richtung Grainau vom Verkehr entlasten. Mit dem Spatenstich - oder Tunnelanschlag - begannen die Arbeiten an der Hauptröhre.

3
Per Mail sharen

Die Planung und Vorbereitung haben lange gedauert. Vor fast zehn Jahren fiel der Startschuss für den Erkundungsstollen. Damals hieß es 300 Meter vor dem Durchbruch: Baustopp. Der Grundwasserspiegel und folglich der Wasserdruck im Berg waren zu hoch. Die Planung und Genehmigung eines neuen Verfahrens dauerten Jahre.

Gut drei Kilometer lange Hauptröhre

Erst jetzt konnte es erneut losgehen. Wenn die Hauptröhre für die Umgehungsstraße fertig ist, wird sie 3,4 Kilometer lang sein. Während der Bauzeit wird an den betreffenden Stellen der Wasserspiegel abgesenkt.

16.000 Fahrzeuge am Tag: Tunnel soll Entlastung bringen

Der Kramertunnel soll den Ortsteil Garmisch in Richtung Grainau und Ehrwald vom Durchgangsverkehr entlasten. Auf der Bundesstraße 23 rollen bis zu 16.000 Fahrzeuge binnen 24 Stunden. Beliebte Ziele sind etwa Grainau mit der Zugspitzseilbahn, der Eibsee oder der Fernpass.

© Staatliches Bauamt Weilheim

Der Verlauf des Kramertunnels.

Baukosten von 264 Millionen Euro

Voraussichtlich 2024 sollen die ersten Autos durch den Kramertunnel fahren. Das gesamte Projekt ist mit knapp 264 Millionen Euro veranschlagt und soll laut Verkehrsministerium auch für mehr Sicherheit sorgen.

© BR

Der Bau der 3,4 Kilometer langen Tunnelröhre für die Umgehungsstraße wurde von den Anwohnern herbeigesehnt.

Umweltschützer kämpften gegen das Projekt

Kritiker fürchten durch den Tunnel bleibende Schäden an den sensiblen Moore an den darüber liegenden Berghängen. Zum Erhalt der Hangquellmoore wurde deshalb eine künstliche Bewässerung eingerichtet. Vertreter des Bundes Naturschutz in Bayern (BN) sehen darin keine Lösung und bezweifeln, dass sich nach der Fertigstellung des Tunnels die sensible Natur regenerieren kann. Die Naturschützer verlangten einen Ausbau des öffentlichen Verkehrs anstelle des neuen Tunnels.

© picture alliance / Arco Images

Hangquellmoor mit Mehlprimel.

Mehr Tunnel und Straßen sind geplant

Neben der westlichen Umfahrung von Garmisch-Partenkirchen sind weitere Umfahrungen und Tunnel im Bau beziehungsweise in Planung. "Die Menschen strömen ins Loisachtal, um die Natur zu genießen, zu wandern oder Ski zu fahren. Wir müssen deshalb die Infrastruktur fit machen und gleichzeitig die Lebensqualität der Anwohner bewahren", sagte Bayerns neue Verkehrsministerin Kerstin Schreyer (CSU).

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!