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© BR/Tobias Hildebrandt
Bildrechte: Stefan Puchner/dpa

Entdeckung im Nördlinger Ries: Großer Vulkanausbruch begrub einst Bayern unter mächtiger Ascheschicht

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Entdeckung im Nördlinger Ries: Bayern einst unter Asche begraben

Vulkanausbrüche im heutigen Ungarn haben vor ca. 14 Millionen Jahren weite Teile Bayerns unter einer Asche-Schicht begraben. Das haben Bohrungen im Nördlinger Ries ergeben. Die Ausbrüche wirkten sich damals sogar auf die Temperaturen aus.

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Von
  • Tobias Hildebrandt

Ein großer Vulkanausbruch hat Bayern einst unter einer mächtigen Ascheschicht begraben. Davon zeugen Spuren, die mittels Bohrungen im Nördlinger Ries gefunden wurden. Wie das Landesamt für Umwelt (LfU) mitteilt, war die Ascheschicht mehrere Dezimeter dick.

"Erstaunlich dicke Ascheschicht"

Die Bohrkerne, in denen sich die Ascheschicht findet, sind vor fünf Jahren an verschiedenen Stellen im Nördlinger Ries aus der Erde geholt worden. In gut 200 Metern Tiefe fanden die Forscher eine 13 Zentimeter dicke Schicht des Gesteins Bentonit. Das Gestein entsteht durch die Verwitterung von Vulkanasche.

"Erstaunlich ist, dass die Ascheschicht so dick ist", sagte der Leiter des Geologischen Dienstes am LfU in Hof, Roland Eichhorn, dem BR. Zwar war bereits bekannt, dass es vor 14 Millionen Jahren heftige Vulkanausbrüche im Pannonischen Becken im heutigen Ungarn gab, bisher habe man aber nicht gewusst, wie stark der Wind damals die Asche nach Bayern geweht hat, so Eichhorn.

Vulkanasche hat sich im Krater gleichmäßig abgelagert

Dass ausgerechnet im Nördlinger Ries den Wissenschaftlern die Entdeckung gelang, hat einen Grund: Während der Vulkanausbrüche war der Meteoritenkrater erst wenige hunderttausend Jahre alt – aus geologischer Sicht ein sehr kurzer Zeitraum. Das Ries war damals, vereinfacht gesagt, ein großes Loch ohne Abfluss, in dem nach und nach ein See entstanden ist. Deshalb hat sich die Vulkanasche gleichmäßig in dem abflusslosen See abgelagert und ist über Millionen von Jahren konserviert worden.

Erst dadurch lässt sich nun beschreiben, wie stark die "ungarischen" Vulkanausbrüche auf das heutige Bayern gewirkt haben. Laut LfU haben die großen Aschemengen damals die Sonne verdunkelt und dem Land einige kalte Monate beschert.

Nördlinger Ries ist eine Fundgrube für Wissenschaftler

Das Nördlinger Ries ist ein rund 25 Kilometer großer Krater, der vor ungefähr 15 Millionen Jahren durch den Einschlag eines ein Kilometer großen Meteoriten entstanden ist. Die außergewöhnliche Geologie im Ries ist immer wieder eine Fundgrube für die Wissenschaft.

Die Wissenschaftler, unter anderem von der Universität Göttingen, die sich mit dem urzeitlichen Vulkanausbruch in "Ungarn" beschäftigen, haben ihre Forschungsergebnisse im Journal of Geophysical Research veröffentlicht.

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