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Enkeltrick-Betrüger in Schweinfurt vor Gericht | BR24

© dpa Picture-Alliance Daniel Karmann

Enkeltrick-Betrüger in Schweinfurt vor Gericht

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    Enkeltrick-Betrüger in Schweinfurt vor Gericht

    Wegen Betrugs müssen sich zwei Männer vor dem Amtsgericht Schweinfurt verantworten. Vater und Sohn sollen Senioren angerufen und sich als deren Enkel bzw. Verwandte ausgegeben haben, um angeblich geliehene Bargeldsummen zu erbitten.

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    Ihr eigentlicher Plan soll aber gewesen sein, die Senioren um hohe Bargeldsummen zu betrügen. In einem Fall waren die Täter erfolgreich. Sie erbeuteten mit dem sogenannten Enkeltrick von einem Ehepaar in Neuburg an der Donau 105.000 Euro. Eine Frau gab sich am Telefon als Enkelin des Paares aus und gab vor, 200.000 Euro für den Kauf einer Wohnung zu brauchen. Die Anruferin täuschte laut Gericht eine Notlage vor. Das Paar glaubte der Anruferin und übergab einem "Boten" 105.000 Euro. Die Tat ereignete sich im April 2018.

    Gescheiterte Versuche

    Weitere versuchte Enkeltrick-Betrügereien ereigneten sich im gleichen Zeitraum laut Anklageschrift der Staatsanwaltschaft in Neuburg an der Donau, Ingolstadt, Großmehring und Rödental bei Coburg. Die Täter wollten Beträge über 40.000, 18.000, 48.000, 18.000, 11.000 und 20.000 Euro erbeuten. Zu den Geldübergaben an vermeintliche Freunde des angeblichen Enkels oder der angeblichen Enkelin kam es aus verschiedenen Gründen nicht. Unter anderem, weil Verwandte dahinter kamen oder die Anrufer lieber auflegten.

    In Bad Kissingen aufgeflogen

    Der Fall wird in Schweinfurt verhandelt, weil die Angeklagten nach einem Betrugsversuch in Bad Kissingen festgenommen werden konnten. Eine 65-Jährige durchschaute den Trick. Sie sagte den Anrufern zu, Geld übergeben zu wollen und verständigte die Polizei. Als ein "Bote“ erhoffte 20.000 Euro abholte, war die Polizei nicht weit. Der angeklagte 19-Jährige soll - als er den Umschlag mit wertlosem Papier öffnete - sein Handy weggeworfen haben. Vor dem Auto seines Vaters wurde er dann mit seinem 50-jährigen mitangeklagten Vater festgenommen. Ein mobiles Navigationsgerät im Wagen des Vaters hatte aufgezeichnet, dass es bei den anderen angeklagten Betrugsfällen immer in unmittelbarer Nähe der jeweiligen Adressen war. Die beiden Angeklagten werden aus der Untersuchungshaft zum Prozess gebracht.