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Bildrechte: BR-Studio Franken / Tina Wenzel

Ein Wasserstoffspeicher am Fraunhofer Institut in Erlangen. Er ist Bestandteil des intelligenten Energiesystems.

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    Energiewende: Intelligentes Speichersystem aus Erlangen

    Damit die Energiewende gelingt, muss der Strom aus erneuerbaren Energien gespeichert werden. Denn nicht immer scheint die Sonne oder weht der Wind. Am Fraunhofer Institut in Erlangen verbinden Forscher verschiedene Speicher auf innovative Weise.

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    Von
    • Tina Wenzel

    Fast die komplette Dachfläche des Fraunhofer Instituts IISB ist mit einer Photovoltaikanlage bestückt. Scheint die Sonne, wird hier viel Strom produziert. Für die sonnenarmen Stunden wird der Strom gespeichert. Die Forscher arbeiten dabei mit verschiedenen Stromspeichern. Neben Batteriespeichern versteckt sich in einem unscheinbaren weißen Container auf dem Gelände auch ein moderner Wasserstoffspeicher. Der Strom wird hier in Wasserstoff umgewandelt und chemisch in einer Flüssigkeit gelagert.

    Energiewende gelingt nur mit Wasserstoffspeicherung

    Wasserstoffspeicher werden eine große Rolle bei der Energiewende spielen, betont Richard Öchsner, Leiter für den Bereich Energietechnik am Fraunhofer Institut in Erlangen. Denn im Gegensatz zu Batterien kann der Wasserstoff über Monate gespeichert werden.

    Fraunhofer Institut vernetzt Speicher und Energiesektoren

    Auf dem Gelände des Fraunhofer Instituts sind zudem riesige Wärme- und Kältespeicher in Betrieb. Das Innovative am Institut: Die verschiedenen Speicher und Energiesektoren sind miteinander vernetzt. Ein Computersystem steuert sie wie ein Orchester, so Richard Öchsner – und das hat Vorteile. "Verschiedene Energiebereiche sind miteinander gekoppelt, um so zusätzliche Effizienz herauszuholen. So können Energie und Kosten eingespart werden", sagt Öchsner.

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    Wie ein Orchester werden die einzelnen Energiebereiche am Fraunhofer Institut gesteuert.

    Industrie will vernetzte Speicher nutzen

    Über Jahre hinweg haben die Wissenschaftler an der Vernetzung getüftelt. Mittlerweile arbeiten sie mit mehreren großen Industriebetrieben zusammen. "Wir haben eine sehr gute Resonanz von der Industrie", freut sich Öchsner.

    Problem: Umstellung im Betrieb ist teuer

    Dennoch: Einfach und schnell wird das System nicht in der breiten Masse der Industriebetriebe laufen. Mehrere Hürden gilt es zu überwinden, sagt Robert Schmidt von der Industrie und Handelskammer Mittelfranken (IHK). Als Leiter des Bereichs Innovation und Umwelt bei der IHK hat er das Projekt am Fraunhofer Institut beratend begleitet. Die Umstellung koste erst einmal viel Geld – eine Investition, die in einem Unternehmen erst eingeplant werden muss. Auch kann das System nicht eins zu eins übernommen werden, sondern muss auf den jeweiligen Betrieb passgenau zugeschnitten werden. Zudem braucht es auch Experten im Unternehmen, die mit der neuen Technologie umgehen können.

    Anwendung in Industrie und Wohnquartieren möglich

    Die Nachfrage nach intelligenten Energiesystemen wird aber durch die steigenden CO2 Preise größer, ist sich Robert Schmidt sicher. Denn wer klimaschädliches CO2 ausstößt, muss in Zukunft immer mehr bezahlen. "Intelligentere Lösungen werden das Rennen machen", sagt Schmidt. Nicht nur in der Industrie könnte das vernetzte Speichersystem zum Einsatz kommen, sondern beispielsweise auch in größeren Wohneinheiten und Quartieren, die neu gebaut werden.

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