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Keine Förderung für private Wasserkraftwerks-Betreiber? | BR24

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Tourismus, Landwirtschaft, Digitalisierung - in Bayern wird vieles vom Freistaat gefördert. Doch ausgerechnet bei der Energiewende kommt der Geldfluss ins Stocken. Zum Beispiel bei privaten Betreibern von kleinen Wasserkraftwerken.

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Keine Förderung für private Wasserkraftwerks-Betreiber?

Tourismus, Landwirtschaft, Digitalisierung - in Bayern wird vieles vom Freistaat gefördert. Doch ausgerechnet bei der Energiewende kommt der Geldfluss ins Stocken. Zum Beispiel bei privaten Betreibern von kleinen Wasserkraftwerken.

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Das Wasser rauscht zum ersten Mal durch die neue Fischtreppe in Höpfling bei Siegsdorf. Markus Engelsberger, der Betreiber des kleinen Wasserkraftwerks, ist zufrieden. Seit 130 Jahren erzeugt seine Familie hier - an der Weißen Traun - umweltfreundlichen Strom. Doch die Kosten für die Fischtreppe, die Engelsberger auf Anordnung der Behörden bauen musste, sind beachtlich.

"Ich rechne hier mit entstehenden Kosten in Höhe von weit über 100.000 Euro, das ist der Jahresumsatz des Kraftwerks." Markus Engelsberger, Kraftwerks-Betreiber

Braucht es überhaupt Fischtreppen in der Traun?

Und dabei ist noch nicht einmal klar, ob das Geld sinnvoll investiert ist. Über eine solche Fischtreppe können die Fische das Stauwehr überwinden. Und an der Weißen Traun hat der Gewässerbiologe Manfred Holzner seine Zweifel. Die Wiederherstellung der Durchgängigkeit sei eine wertvolle Sache, da brauche man nicht groß zu diskutieren - aber die Planung müsse an die jeweiligen Bedingungen angepasst sein, so der Gewässerbiologe.

Fischtreppen sind Holzner zufolge wichtig, vor allem an großen Flüssen wie Donau oder Inn, in denen manche Fischarten zum Laichen weitere Strecken zurücklegen. In der Traun dagegen sind die Bachforellen heimisch - und die sind standorttreu.

100.000 Euro für eine Fischtreppe, die es an manchen Flüssen vielleicht gar nicht braucht? Trotz der Zweifel muss jeder kleine Wasserkraftwerksbetreiber bauen, um die wasserrechtliche Genehmigung zu erhalten. Markus Engelsberger ist sauer, dass die Maßnahme nicht gefördert wird. Denn mit den Kosten wird er allein gelassen.

"Wenn man schaut, wie in anderen Bereichen unnötig subventioniert wird, für Vorzeige- und Schaufenster-Projekte, ist das schwer verständlich." Markus Engelsberger, Kraftwerks-Betreiber

Private Kleinkraftwerks-Betreiber gehen in Bayern leer aus

Bayern will die Energiewende voranbringen. Die Wasserkraft ist ein wichtiger Bestandteil. Das haben andere Bundesländer längst erkannt und dort wird der Bau von Fischtreppen auch gefördert.

Im Freistaat gibt es dagegen nur Fördergelder für kommunale Unternehmen. Private Kleinkraftwerks-Betreiber gehen leer aus. Auch deshalb hören viele auf.

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In Bayern wird vieles vom Staat gefördert: Tourismus, Landwirtschaft, Digitalisierung. Doch gerade bei der Energiewende - einem Prestigeprojekt der Staatsregierung - kommt der Geldfluss ins Stocken. Zum Beispiel bei privaten Kraftwerkbetreibern.