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Bildrechte: BR/Rupert Waldmüller

Live-Konzerte sind eines der Dinge, auf die sich viele nach der Corona-Pandemie freuen. In Kempten bietet das Theater dieses Erlebnis jetzt schon wieder.

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Endlich wieder Live-Musik: Hinterhofkonzerte in Kempten

Besuche bei Freunden, Partys, Feste und Kultur – auf vieles mussten wir in den letzten Monaten verzichten, auch auf Live-Konzerte. In Kempten ist diese Durststrecke jetzt zu Ende: mit den Hinterhofkonzerten des "Theaters in Kempten".

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Von
  • Rupert Waldmüller
  • Beate Mangold

Binnen Sekunden verwandelt das Musiker-Trio vom Theater in Kempten die Terrasse der Familie Holdenrieder in eine Live-Bühne. Schauspieler Sebastian Strehler greift zur Gitarre, Magnus Dauner sorgt für den richtigen Rhythmus und Stephanie Marin beginnt leidenschaftlich zu singen. Die Stimmung bei dem kleinen Live-Konzert ist bestens. Alexander Preß hat den Auftritt für seine Freunde als Überraschung gebucht – einfach um ihnen Freude zu schenken: "Das ist wie Aufatmen", sagt der Beleuchtungsmeister. "Das hat so gefehlt, dass man einfach mal auf einem Dorffest oder auf dem Markt eine Musikgruppe sehen und einfach mitschwingen kann."

Viel Energie und großer Spaß

Nicht nur die Zuschauer – auch die Schauspieler und Musiker genießen es, nach Monaten Abstinenz jetzt endlich wieder auftreten zu können. "Das ist schon traumhaft schön, wieder für andere Leute Geschichten zu erzählen, Musik zu machen und ihnen dadurch eine Freude zu bereiten", sagt Stephanie Marin. Endlich wieder vor Publikum zu spielen mache Riesen-Laune, ergänzt Gitarrist und Schauspiel-Kollege Sebastian Strehler: "Man kriegt so viel Energie und es macht einfach Riesenspaß."

Endlich wieder lebendig

Schon nach ein paar Minuten hält es von den neun Zuschauern im Garten der Familie Holdenrieder niemand mehr auf den Sitzen. Alle wippen, tanzen, schnippen und klatschen, während die drei Musiker auf der Terrasse Vollgas geben. Die Überraschung mit dem privaten Live-Konzert ist offensichtlich geglückt. Während Corona seien viele emotional verflacht, sagt Miriam Holdenrieder, wie in einem grauen Nebel. Bei dem Konzert fühle sie jetzt: "Ha! Ja! Endlich! Ich bin wieder lebendig!"

Leute lechzen nach Live-Auftritten

66 Kurz-Konzerte wie das bei den Holdenrieders geben die Künstler des Theaters in Kempten in den nächsten Wochen in Gärten, Hinterhöfen und Garageneinfahrten. Ruckzuck waren alle Termine vergeben - der Hunger nach Live-Musik sei eben spürbar groß, sagen Musiker Magnus Dauner und Schauspielerin Stephanie Marin: "Man merkt wirklich in den Augen und in den Gesichtern der Menschen, was da gefehlt hat in den letzten 14, 15 Monaten. Die Leute lechzen regelrecht nach Live-Auftritten."

Lust auf den Sommer geweckt

Lediglich eine gute Viertelstunde dauert so ein Hinterhof-Konzert. Aber es reicht aus für große Gefühle: "Es war total schön, mitreißend und flott", sagt zum Beispiel Zuhörerin Patricia Preß. "Es hat Lust auf den Sommer gemacht. Und darauf, dass wieder was geht." Für ihre Konzerte verlangen die Künstler des Kemptener Theaters in Kempten übrigens keine Gage. Sie sammeln mit ihren Auftritten Spenden für den „Bunten Kreis Allgäu“, der Familien von schwer kranken Kindern unterstützt.

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