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Endlich wieder Fahrstunde: Fahrschulleiter und Schüler atmen auf | BR24

© BR/Annika Svitil

Kira Keltz kann nach rund zehn Wochen Pause ihre erste Lkw-Fahrstunde absolvieren.

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Endlich wieder Fahrstunde: Fahrschulleiter und Schüler atmen auf

Nach knapp zehn Wochen dürfen Fahrschulen wieder unter Corona-Auflagen öffnen. Große Erleichterung bei den Betreibern, aber auch Schülerinnen und Schüler freuen sich. Vor allem angehende Lkw-Fahrer sind auf den Führerschein angewiesen.

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Von
  • Annika Svitil

Mit FFP2-Maske, aber trotzdem mit guter Laune geht es für Kira Keltz nach rund zehn Wochen Pause endlich wieder in den Lkw. Ihre letzte Fahrstunde hatte sie vor dem 16. Dezember 2020. Der Grund: Der zweite Lockdown, bei dem auch ihre Fahrschule in Roth schließen musste.

Auf den Führerschein angewiesen

Die alleinerziehende Mutter hat einen Job bei einer Spedition begonnen. Deswegen ist sie auf den Lkw-Führerschein angewiesen. Normalerweise hätte sie diesen auch schon in der Tasche, doch der Lockdown kam dazwischen. Ihr Fahrlehrer Peter Gruber bestätigt: Der Lockdown hat Kira zwei bis drei Monate gekostet. Nicht zu wissen, wann sie ihren Führerschein beenden kann, belastetet sie.

"Es war schwierig, ich bin alleinerziehend, ich habe viele Dinge, Ausgaben, um die ich mich kümmern muss und es war eine harte Zeit." Kira Keltz, Lkw-Fahrschülerin

Hätte sie ihr Arbeitgeber nicht so unterstützt, wären die Auswirkungen für sie größer gewesen. Inzwischen weiß sie, dass sie ihre Prüfung bald machen darf.

Kein Einzelfall

Olaf Großhauser, Inhaber der Fahrschule in Roth, weiß von einigen Fällen, die wie Kira Keltz dringend ihren Führerschein gebraucht hätten. Als es plötzlich hieß, ab dem 16. Dezember müssen auch Fahrschulen schließen, war kein Theorie- und Praxisunterricht mehr möglich. Nur Fahrprüfungen durften noch bis Weihnachten durchgeführt werden, erklärt der Fahrschulleiter. Viele seiner Schülerinnen und Schüler hätten aber noch eine bis zwei Fahrstunden für eine Prüfung gebraucht.

Fahrschulleiter befürchtet Stau

Gerade Fahranfänger bräuchten die Fahrpraxis, so Großhauser. Mit zehn Wochen Pause, müsste einiges an Wissen wieder aufgefrischt werden. Deshalb machten sie mehr Stunden, als eigentlich nötig gewesen wären. Dazu kommen neue Schülerinnen und Schüler. Knapp 3.000 Fahrstunden sind innerhalb des Lockdowns in seinen drei Fahrschulen entfallen. Mehr als elf Praxisfahrstunden von je 45 Minuten und zwei in der Theorie darf ein Fahrlehrer am Tag aber nicht geben. Das ist gesetzlich nicht erlaubt. Der Fahrschulleiter befürchtet daher einen Rückstau – auch was die Prüflinge betrifft. Denn auch der TÜV hat nur eine gewisse Anzahl an Prüfern. Von seinen rund 300 Schülerinnen und Schülern hätten rund 72 ihre Prüfung während der Schließungsphase gemacht.

Finanzielle Unterstützung nicht für Fahrschulen

Ein weiterer Punkt, der Olaf Großhauser stört: Sämtliche von der Politik angekündigte Finanzierungshilfen gelten nicht für Fahrschulen. Erst das neue "Überbrückungsgeld 3" kann er als Fahrschulleiter beantragen. In der zehnwöchigen Schließung hat er jedoch an keiner Fahrstunde verdienen können. To-Go-Fahrstunden oder Homeschooling gebe es nun mal nicht, erklärt Großhauser.

Kritik an Fahrschulschließung

Dass in Bayern Fahrschulen schließen mussten, kritisiert der Fahrschulinhaber. Immerhin seien die Hygienekonzepte ausgereift, in einem Fahrzeug säßen mit Maske nur zwei Personen. Er hat neben den vorgeschriebenen Abstandsregeln bei der Bestuhlung, einem Luftfilter und einem Hygienekonzept sogar ein kontaktloses Fieberthermometer installiert, bei dem jeder Fahrschüler zunächst seine Temperatur messen soll. In anderen Bundesländern sei es möglich gewesen, mit solchen Maßnahmen als Fahrschule zu öffnen.

© BR

Seit Beginn des zweiten Lockdowns steht der Betrieb in Bayerns Fahrschulen still. Nach heftigen Protesten, dürfen sie ab heute wieder unter Corona-Auflagen öffnen. Nicht nur die Fahrlehrer sind froh. Auch die Schüler, die auf ihren Schein warten.

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