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Atomares Endlager: Drei Oberfranken organisieren die Suche mit | BR24

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In der frühen Phase der Suche nach einem Endlager sollen die Bürger umfassend beteiligt werden - über die so genannte Fachkonferenz Teilgebiete.

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Atomares Endlager: Drei Oberfranken organisieren die Suche mit

Bei der Suche nach einem Atommüll-Endlager sollen die Bürger beteiligt werden. Um das zu organisieren wurde nun ein Gremium gewählt - und Oberfranken ist darin gut vertreten: Drei der zwölf Mitglieder kommen aus dem Fichtelgebirge.

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Von
  • Lorenz Storch

Wie kann die Gesellschaft bei der Endlagersuche bestmöglich beteiligt werden? Mit dieser Frage hat sich am Sonntag die so genannte "Fachkonferenz Teilgebiete" beschäftigt. Auch wenn der Austausch der rund 1.600 Teilnehmern nicht so einfach war, wurden doch ein paar Pflöcke eingehauen, was die Organisation der Mitsprache anbelangt. So wurde eine neue Vorbereitungsgruppe gewählt, die die kommenden beiden Fachkonferenzen organisieren soll.

Drei Vertreter aus dem Fichtelgebirge in Vorbereitungsgruppe

Oberfranken ist in diesem Organisationsgremium sehr gut vertreten - drei der insgesamt zwölf Vertreter kommen aus dem Fichtelgebirge: die Marktleuthener Bürgermeisterin Sabrina Kaestner (CSU), der Geschäftsführer des Naturparks Fichtelgebirge Jörg Hacker und die Sprecherin des Netzwerks "Wunsiedel ist bunt", Svenja Faßbinder, die als einfache Bürgerin angetreten war. Ein weiterer Vertreter aus Bayern ist Martin Behringer, Bürgermeister von Thurmansbang und Vorsitzender der Bürgerinitiative gegen ein Endlager im Bayerischen Wald.

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Eine Karte zeigt, welche Gesteinsarten in Bayern vorkommen.

Bürgerbeteiligung bedeutet viel Arbeit

Die zwölf Sitze in dem Gremium werden an jeweils drei Vertreter von Kommunen, gesellschaftlichen Gruppen, der Wissenschaft sowie einfache Bürger vergeben. Die Arbeit ist ehrenamtlich. Die Mitglieder der bisherigen, vorläufigen Vorbereitungsgruppe hatten allerdings von einer großen Arbeitsbelastung und hohem Zeitdruck berichtet. Acht Mitglieder dieser vorläufigen Gruppe hatten ihr Amt daher niedergelegt und wurden ersetzt, vier Mitglieder werden ihre Arbeit fortsetzen.

Sitzungen sollen verschoben werden

Um den Einsatz besser zu würdigen, hat die "Fachkonferenz Teilgebiete" am Sonntag beschlossen, die Arbeit der Vorbereitungsgruppe künftig mit einem Verdienstausfall zu entschädigen. Außerdem sprachen sich die Mitglieder dafür aus, die nächsten beiden Sitzungen auf Juni und August zu verschieben. Über die Anträge muss nun abschließend noch das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) befinden.

Bürger sollen frühe Phase der Endlagersuche mitkontrollieren

Die Fachkonferenz Teilgebiete ist die gesetzlich vorgesehene Beteiligung von Bürgerinnen, Bürgern und Gesellschaft in dieser frühen Phase der Endlagersuche. Sie soll die Arbeit der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) kontrollieren, die im vergangenen September in einem Zwischenbericht die Teilgebiete vorgestellt hat, in denen nach einem Atommüll-Endlager gesucht werden soll.

Ziel: Suchradius weiter eingrenzen

Nach aktuellem Stand umfassen diese noch mehr als die Hälfte des Bundesgebiets und zwei Drittel der Fläche Bayerns. Der Suchradius muss nun weiter eingegrenzt werden. Wie genau, und mit welchem Zeitplan, blieb bei der Online-Konferenz am Wochenende weiter offen. Von den rund 1.600 angemeldeten Teilnehmern der Fachkonferenz kamen mehr als 400 aus Bayern – so viele wie aus keinem anderen Bundesland. 

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