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Endlager gesucht! Wo soll der Atommüll hin? | BR24

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Bis Ende 2022 sollen die letzten deutschen Atomkraftwerke vom Netz gehen, darunter auch Gundremmingen und Isar 2 in Bayern. Nur, wo der Atommüll danach hin soll, ist noch offen. Welche Orte kommen rein von den geologischen Gegebenheiten in Frage?

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Endlager gesucht! Wo soll der Atommüll hin?

Bis Ende 2022 sollen die letzten deutschen Atomkraftwerke vom Netz gehen, darunter auch Gundremmingen und Isar 2 in Bayern. Nur - wo der Atommüll danach hin soll, ist noch offen. Welche Orte kommen rein von den geologischen Gegebenheiten in Frage?

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Gebiete, deren Untergrund beschädigt oder gefährdet ist, kommen definitiv nicht in Frage. Das betrifft zum Beispiel Bergbaugebiete, in denen der Boden quasi durchlöchert ist. Außerdem sind Gegenden ausgeschlossen, in denen Vulkane aktiv waren, wie zum Beispiel in der Eifel oder in denen die Gefahr von Erdbeben besteht, wie es am Rheingraben der Fall ist. Auch große Hebungen, wie es sie im Alpenraum gibt, sind ein Ausschlussgrund.

1.900 Behälter müssen untergebracht werden

Sind all diese Faktoren ausgeschlossen, werden als nächstes Mindestanforderungen an ein potenzielles Endlager gestellt: Der radioaktive Müll soll mindestens 300 Meter unter der Erdoberfläche liegen. Eine 100 Meter starke Gesteinsschicht muss das Endlager zudem nach allen Seiten hin umgeben.

Natürlich muss der Standort außerdem eine entsprechende Größe haben, denn nach der Stilllegung der deutschen Kernkraftwerke bleiben große Mengen des strahlenden Müll: Um die 1.900 Behälter voll mit hochradioaktiven Abfällen. Verladen auf Waggons, wäre der Zug rund elf Kilometer lang.

Salz, Ton oder Granit als mögliches Wirtsgestein

Als sogenanntes Wirtsgestein kommen Salz, Ton oder Granit in Frage. Salz ist weich und sogar so beweglich, dass es die Abfallbehälter einschließt, als würde es um sie herum zusammenwachsen. Der große Nachteil: Salz ist wasserlöslich.

Tongestein ist dagegen nur in sehr geringem Umfang wasserdurchlässig. Es kann jedoch durch die Wärme der hochradioaktiven Abfälle beschädigt werden. Damit es im Endlager nicht zu heiß wird, müssten die Behälter in größerem Abstand voneinander aufgestellt werden.

Granit ist ein sehr hartes Gestein, das über lange Zeiträume standfest bleibt. Es neigt jedoch zu Rissen, durch die gefährliche Stoffe nach außen gelangen könnten. Einen Vorteil hat Granit allerdings: Weil das Gestein so standfest ist, kann man den Atommüll aus einem Granit-Endlager für lange Zeit relativ einfach zurückholen. Und die Rückholbarkeit des Mülls soll beim künftigen Endlager zumindest für einige Zeit gegeben sein.

Granitvorkommen im Bayerischen Wald als Endlager?

In Bayern werden aufgrund der geologischen Gegebenheiten immer wieder die Schwäbische Alb mit ihrem Tongestein und die Granitvorkommen im Bayerischen Wald und im Fichtelgebirge als potenzielle Standorte genannt. Die Bundesgesellschaft für Endlagerung verweist momentan auf "eine ergebnisoffene Suche". Sie wird im September 2020 mögliche Standorte präsentieren. Bis zum Jahr 2031 soll dann ein Standort für ein Endlager gefunden sein.