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Endgültiges Aus für Kaufhof am Münchner Stachus | BR24

© picture alliance / Winfried Rothermel

Galerlia Kaufhof am Münchner Stachus

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    Endgültiges Aus für Kaufhof am Münchner Stachus

    Die Verhandlungen mit dem Eigentümer des Hauses am Stachus und mit dem Vermieter der Immobilie sind ergebnislos zu Ende gegangen. Damit ist klar: Das traditionsreiche Warenhaus in München muss schließen.

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    Die Proteste der Gewerkschaften und Rettungsversuche der Politiker waren offenbar erfolglos: Anders als in Nürnberg gibt es für einige Münchner Galeria-Kaufhof-Karstadt Häuser keine Hoffnung mehr. So muss das traditionsreiche Haus am Stachus nach rund 70 Jahren schließen, Mitarbeitern bleibt der Gang in eine Beschäftigungsgesellschaft oder die bevorstehende Kündigung.

    Am Abend hat Oberbürgermeister Dieter Reiter eine Mitteilung verschickt, in der er über die erfolglosen Verhandlungen berichtet.

    "Während für die Filiale an der Münchner Freiheit schnell klar war, dass eine Rettung des Standortes möglich ist, war dies für den Standort am Stachus trotz intensiver Bemühungen leider nicht verhandelbar." Münchens OB Dieter Reiter (SPD)

    179 Mitarbeiter betroffen

    Die letzen Wochen über habe ein enger Kontakt stattgefunden, um eine Schließung der Filiale abzuwenden. 179 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind dort beschäftigt.

    "In diversen Treffen und Telefonaten mit dem Hauptvermieter der Immobilie, Herrn Zechbauer, dem Vorsitzenden der Unternehmensgruppe Signa und Eigentümer der Galeria Karstadt Kaufhof Gruppe, Herrn Benko, den Insolvenzverwaltern und mit Vertretern des Gesamtbetriebsrats von Galeria Karstadt Kaufhof" habe er versucht, eine Kompromisslösung zu finden, schreibt Reiter.

    Streit über Vertragslaufzeiten

    Der Oberbürgermeister wollte sich nach eigenen Worten "für eine nennenswerte Mietreduzierung bis hin zu einem vollständigen Mietverzicht in Millionenhöhe einzusetzen." Die Gespräche scheiterten jedoch - Gründe dafür sind laut Reiter unterschiedliche Vorstellungen über tragbare Vertragslaufzeiten.

    Demnach war Hauptvermieter Zechbauer dazu bereit, dem Konzern das Haus für eineinhalb Jahre zu günstigeren Mietkonzessionen zu geben. Der österreichische Milliardär und Eigentümer von Karstadt-Kaufhof, René Benko, wollte aber auf einem Weiterbetrieb von vier Jahren bestehen, so Reiter. Seinen Kompromissvorschlag von zweieinhalb Jahren vergünstigten Mietbedingungen habe Zechbauer akzeptiert, nicht aber Benko, der den Vorschlag mit Hinweis auf wirtschaftliche Zwänge abgelehnt habe, hieß es in der Mitteilung des Oberbürgermeisters.

    "Leider muss ich feststellen, dass das Schicksal der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei den wirtschaftlichen Überlegungen der betreffenden Unternehmer am Ende keine Rolle gespielt hat." OB Dieter Reiter

    Aus für insgesamt 50 deutsche Filialen

    Mitte Juni hatte Galeria Karstadt Kaufhof im Rahmen seiner Sanierungspläne die Schließung von 62 der 172 Warenhäuser in Deutschland angekündigt. In den betroffenen Kommunen lösten die Schließungspläne des Warenhauskonzerns Sorge vor einer Verödung der Innenstädte aus. Einige Warenhäuser, wie etwa in Nürnberg, konnten nach Verhandlungen wieder von der Streichliste genommen werden.

    Doch für 50 Filialen bleibt es beim Aus, darunter sind drei in München: Neben dem Haus am Stachus sind die Filialen am Nordbad und im OEZ betroffen. Auch Karstadt Sports in der Neuhauser Straße muss wahrscheinlich schließen. Der Karstadt an der Münchner Freiheit bleibt in Betrieb.

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