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Treuchtlinger Wasserstreit beendet | BR24

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Die Pläne für die verstärkte Förderung von Tiefengrundwasser aus dem Nagelbergbrunnen in Treuchtlingen sind vom Tisch und damit folgt auf das Bürgerbegehren auch kein Bürgerentscheid mehr.

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Treuchtlinger Wasserstreit beendet

Im fränkischen Treuchtlingen gab es Streit ums Grundwasser: Ein großer Mineralwasserkonzern wollte seine Förderung deutlich erhöhen. Das hat das Landratsamt abgelehnt. Die Antragsteller haben den Bescheid akzeptiert. Das Ende eines langen Streits.

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Die "Altmühltaler Mineralbrunnen" ist einer der größten Getränkeabfüller in Deutschland. Bislang entnimmt das Treuchtlinger Unternehmen jährlich rund 250.000 Kubikmeter Wasser aus dem Nagelbergbrunnnen in Treuchtlingen.

Treuchtlinger Wasser für Aldi & Co

Das Mineralwasser wird über große Discounter wie Aldi und die Supermarktkette EDEKA verkauft. Das Treuchtlinger Unternehmen wollte zusätzlich 300.000 Kubikmeter Tiefengrundwasser pro Jahr fördern - sprich die geförderte Menge mehr als verdoppeln.

Dazu ließ das Unternehmen über die Stadtwerke Treuchtlingen einen entsprechenden Antrag an das zuständige Landratsamt stellen. Diesen Antrag jedoch lehnte das Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen mit Bescheid vom 17. Juli 2019 ab.

Antragsteller geben klein bei

Nun wurde bekannt, dass die Stadtwerke Treuchtlingen darauf verzichtet haben, Rechtsmittel gegen diesen Ablehnungsbescheid einzulegen. Damit ist der Bescheid rechtskräftig und die Pläne für eine verstärkte Förderung von Tiefengrundwasser aus dem Nagelbergbrunnen sind vom Tisch.

Bürgerentscheid abgesagt

In der Stadt Treuchtlingen hatte sich erheblicher Widerstand gegen eine Ausweitung der Fördermenge formiert. Es kam zu einem Bürgerbegehren. Das Begehren mit dem Titel: "Zukunft bewahren - deshalb Stop zum Raubbau am Tiefengrundwasser!" hatte das erforderliche Quorum erzielt. Damit stand ein Bürgerentscheid vor der Tür. Doch die Initiatoren verzichten nun auf den geplanten Entscheid.

Angst vor "schädlichen Grundwasserveränderungen"

Das Landratsamt hatte den Antrag auf Ausweitung der Förderung abgelehnt, weil Fachleute "schädliche Grundwasserveränderungen" befürchteten. Diese könnten sogar die öffentliche Grundwasserversorgung gefährden, hieß es in dem im Juli veröffentlichten Bescheid des Landratsamtes. Landrat Gerhard Wägemann (CSU) berief sich dabei auf das bayerische Landesamt für Umwelt (LfU). Dieses hatte darauf hingewiesen, dass die erhöhte Wasserförderung die Druckverhältnisse im Boden verändern würde und dazu führen könnte, das sich wasserschädliche Stoffe im Gestein lösten.