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Ende der Zeitumstellung verspätet sich - mindestens bis 2021 | BR24

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Das Ende der Zeitumstellung soll kommen, aber es verspätet sich. Der Grund: Die Mitgliedstaaten der EU brauchen noch ein wenig.

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Ende der Zeitumstellung verspätet sich - mindestens bis 2021

Das Ende der Zeitumstellung soll kommen, aber es verspätet sich. Der Grund: Die Mitgliedstaaten der EU brauchen noch ein wenig.

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Wir werden noch einige Zeit an der Uhr drehen müssen. Nächstes Jahr auf jeden Fall. Voraussichtlich auch noch übernächstes Jahr. Die Abschaffung der Zeitumstellung – sie wird deutlich später kommen als von der Kommission in Brüssel geplant, denn die EU-Länder brauchen mehr Zeit.

Vorschlag aus Österreich: Ende der Zeitumstellung für 2021

Man habe jetzt das Jahr 2021 vorgeschlagen, so der der österreichische Verkehrsminister Norbert Hofer zum Abschluss des Treffens mit seinen Amtskollegen in Graz. Österreich hat noch bis Jahresende die EU-Ratspräsidentschaft inne und bestimmt deshalb die Themen mit.

Viele EU-Länder wünschen sich, dass die Zeitumstellung abgeschafft wird, allerdings erst später, weil sie selbst und bei ihnen ansässige Unternehmen eine längere Vorlaufzeit benötigen. Betroffen ist vor allem die Verkehrsbranche, sagte Hofer.

"Luftfahrt zum Beispiel, wo die Slots sehr mühsam ausverhandelt sind, und die Airlines sagen, sie brauchen etwas mehr Zeit für die Umstellung." Norbert Hofer, österreichischer Verkehrsminister

Es geht um die Vergabe von Slots, also von Zeitfenstern, die die Fluggesellschaften zum Starten und Landen an Flughäfen nutzen dürfen. Diese sind zum Teil Jahre im Voraus festgelegt.

Ende der Zeitumstellung brauche Zeit

"Wir müssen abgestimmte Regelungen in der Europäischen Union beibehalten", sagte Violeta Bulc, die in der EU-Kommission für Transport und Verkehr zuständig ist.

Das bedeutet: Die Mitgliedsstaaten sollen sich mit ihren europäischen Nachbarn absprechen, damit es in Zukunft kein Zeitzonen-Chaos gibt. Wenn wir drei verschiedene Zeitzonen um uns herum hätten, wäre das eine Katastrophe für uns, sagte der luxemburgische Verkehrsminister Francois Baush. Denn jeden Tag kämen rund 200.000 Pendler aus Belgien, Frankreich und Deutschland zum Arbeiten nach Luxemburg.

Drei unterschiedliche Zeitzonen in der EU - Chaos vermeiden

Schon jetzt gibt es drei unterschiedliche Zeitzonen in der Europäischen Union. Noch mehr sollten es nicht werden, forderte der österreichische Verkehrsminister Hofer, denn man müsse "darauf achten, dass wir keinen Zeit-Fleckerlteppich bekommen".

Einen Fleckerlteppich, also einen Flickenteppich der Zeitzonen, den will keiner. Denn er wäre lästig für Reisende, aber auch für den Warenverkehr und für Dienstleistungen im europäischen Binnenmarkt.

Die meisten EU-Länder sind grundsätzlich für die Abschaffung der Zeitumstellung. Doch welche Zeit danach bei ihnen gelten soll, das haben die meisten noch nicht entschieden. Ewige Sommerzeit oder dauerhafte Winterzeit, also europäische Standardzeit?

Die meisten EU-Länder für Abschaffung der Winterzeit

Die Bundesregierung hat noch keine gemeinsame Position. Der dänischen Regierung geht es ähnlich. "Wir haben noch gar keine richtige öffentliche Debatte darüber bei uns zuhause geführt", sagte der dänische Verkehrsminister Ole Birk Olesen.

Anders sieht es in Finnland und Österreich aus. Dort will man in Zukunft in der ewigen Sommerzeit leben. In Tschechien ist es genau umgekehrt: Hier soll in Zukunft die europäische Standardzeit gelten, also die Winterzeit. Die Zeitumstellung ist eben auch eine Frage der geographischen Lage. Bis Dezember sollen sich die einzelnen EU-Länder überlegen, in welcher Zeit sie in Zukunft leben möchten.

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Autor
  • Karin Bensch
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