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Die Impfpriorisierung bei niedergelassenen Ärzten wird aufgehoben. Seit das bekannt ist, klingeln die Telefone in den Praxen ununterbrochen.

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    Ende der Impfpriorisierung: Arzt-Telefon steht nicht mehr still

    Die Nachricht, dass niedergelassene Ärzte ab Donnerstag unabhängig von der Impf-Reihenfolge mit sämtlichen Corona-Impfstoffen impfen dürfen, sorgt für Chaos in den Praxen - und auch die Impfzentren bekommen neue Probleme.

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    Von
    • Judith Zacher
    • Christine Kellermann

    Ab Donnerstag wird in Bayern die Priorisierung für die Corona-Impfungen in den Hausarzt- und Facharztpraxen aufgehoben. In der Praxis des Dillinger Hausarztes Alexander Zaune stehen deshalb die Telefone nicht mehr still. Dabei hat die Praxis – trotz Bestellung – überhaupt keinen Impfstoff für Erstimpfungen für diese Woche bekommen.

    Obwohl es im Landkreis Dillingen weniger Ärzte gibt als im bayernweiten Schnitt, bekämen die immer nur etwa 70 Prozent der bestellten Impfdosen, so Zaune. Wenn zu wenig Impfstoff zur Verfügung stehe, helfe auch die Freigabe der Priorisierung erstmal wenig. Zaune habe noch nicht einmal alle Risikopatienten aus seiner Praxis geimpft.

    Impfzentren fehlt weiter der Impfstoff

    Die Belastung sei immens gestiegen, so Arzthelferin Andrea Menzel. Deshalb rieten sie den Patienten, sich auch an das Impfzentrum zu wenden. Könnten dort mehr Menschen geimpft werden, könnte das die Praxen entlasten. Das Problem: Auch dort fehlt der Impfstoff. Das Wertinger Impfzentrum ist deshalb nur etwa zur Hälfte ausgelastet. Zwar wurden dem Landkreis jetzt 1.600 Dosen des Impfstoffs von Johnson&Johnson extra zugeteilt. Darüber sei man auch sehr dankbar, so Landrat Leo Schrell.

    Software hat Problem mit Johnson&Johnson

    Weil aber mit der Impfsoftware des Freistaates digital keine Termine mit diesem Impfstoff vereinbart werden könnten, müssten seine Mitarbeiter jetzt 1.600 nach den Vorgaben passende Personen händisch aus den Registrierungslisten heraussuchen und mit diesen telefonisch einen Impftermin im Wertinger Impfzentrum vereinbaren.

    Spahn-Aussage zur Zweitimpfung sorgt für viele Telefonate

    Seitdem Bundesgesundheitsminister Jens Spahn verkündet hat, dass die Zweitimpfung mit Astrazeneca bereits nach vier Wochen möglich sei, meldeten sich deshalb außerdem zahlreiche Menschen im Landratsamt. Das Problem: Das Impfzentrum bekommt nur noch Astrazeneca Impfstoff für Zweitimpfungen. Der Termin dafür wurde bei Vergabe der ersten Impfung festgesetzt – auf zwölf Wochen später. Vorher stünde also kein Impfstoff zur Verfügung, um die Impfung vorzuziehen, so Schrell weiter.

    KVB: Patienten mit Risikofaktoren weiter bevorzugt impfen

    Die Kassenärztliche Vereinigung Bayern (KVB) begrüßt die Entscheidung der Staatsregierung, die Impfpriorisierung für die niedergelassenen Ärzte aufzuheben, weist jedoch darauf hin, dass damit keine Erhöhung der verfügbaren Impfdosen verbunden ist. Daher bittet der KVB-Vorstand in einer Pressemitteilung die impfenden Ärzte, weiterhin diejenigen Patienten zu impfen, die den Impfschutz auf Grund der bekannten Risikofaktoren für einen schweren Verlauf am dringendsten benötigen.

    Vorerst vorrangig Vakzine für Zweitimpfungen

    Auch wenn nach Aussagen des Bundes ab Juni steigende Mengen an Impfstoffdosen verfügbar sein sollen, weist die KVB darauf hin, dass ab 17. Mai vorrangig Dosen für die Zweit-Impfungen ausgeliefert werden sollen.

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