Eine Erntehelferin hält zahlreiche frisch gepflückte Erdbeeren in ihren Händen
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Eine Erntehelferin hält zahlreiche frisch gepflückte Erdbeeren in ihren Händen (Symbolbild)

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Ende der Erdbeersaison: Bauern ziehen durchwachsenes Fazit

Die Erdbeerbauern hatten einen zögerlichen Saisonstart durch kühle und bewölkte Frühlingstage. Erst ab Juni folgten viele sonnige und trockene Wochen. Probleme bereiteten den Plantagenbesitzern auch die gestiegenen Anbaukosten und fehlendes Personal.

Über dieses Thema berichtet: Mittags in Niederbayern und Oberpfalz am .

Nachdem die Erdbeersaison in Niederbayern und der Oberpfalz vielerorts bereits beendet ist, ziehen die ostbayerischen Erdbeerbauern ein durchwachsenes Fazit. Christoph Wasinger, Bio-Erdbeerbauer aus Pfatter im Landkreis Regensburg, schloss sein Selbstpflück-Feld schon Anfang Juli. Nicht nur, weil er zu wenig Personal für den Verkauf hatte. Sondern auch, weil die Nachfrage insgesamt etwas schlechter war als im vergangenen Jahr.

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Witterungsbedingt ein schwieriges Jahr

Josef Eder hingegen, konventioneller Erdbeerbauer aus Gottfriedingerschwaige im Landkreis Dingolfing-Landau, hat mehr Früchte abgesetzt als im Vorjahr: "Das Kaufverhalten ist im Vergleich zum Vorjahr wieder auf ein normales Niveau geklettert."

Witterungsbedingt sei es allerdings eher ein schwieriges Jahr gewesen, sagt Eder. Die Ernte begann wegen des kühlen und regenreichen Frühjahrs in diesem Jahr erst später. Umso schneller sind die Erdbeeren dann aber im warmen, trockenen Juni gereift.

Für Biobauer Wasinger hatte das zur Folge, dass seine Früchte etwas kleiner waren als im Vorjahr. Dafür hatte er wegen des geringen Niederschlags auch mit weniger Fäule zu kämpfen. Aromatisch seien die Beeren trotzdem gewesen.

Gestiegene Kosten machen Erdbeerbauern zu schaffen

Insgesamt etwas mehr Erdbeeren abgesetzt als im Vorjahr – aber nicht genug, um die steigenden Produktionskosten zu decken. Das ist das Gesamtbild für Niederbayern und die Oberpfalz, sagt Hans Göding vom Arbeitskreis Erwerbsobstbau Südostbayern des Bayerischen Bauernverbands. Zumal die gestiegenen Anbaukosten nicht vollends an die Kunden weitergegeben wurden.

Ein Kilo selbstgepflückte Erdbeeren habe es vielerorts für unter fünf Euro gegeben, so Göding. Für einige Kollegen rechne sich das nicht, manche würden sogar ans Aufgeben denken: "Es wird nicht mehr alles kompensiert werden können. Der Erdbeeranbau steht wie viele andere Sonderkulturen mit dem Rücken zur Wand."

Auch ein Problem: Diebe auf den Feldern

Die niederbayerische Landwirt Josef Eder hatte zuletzt mit einem weiteren Problem zu kämpfen. Diebe hatten auf seinem bereits geschlossenen Erdbeerfeld in Gottfriedingerschwaige Früchte geklaut. Diese "aggressive Selbstbedienungsmentalität" habe stark zugenommen, so Eder. Wenn das so weitergehe, werden die Selbstpflück-Plantagen aus der bayerischen Landschaft verschwinden. Er und Biobauer Christoph Wasinger wollen aber weitermachen und haben bereits die Pflanzen für die nächste Saison gepflanzt.

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