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Donnerstagvormittag herrschte eher wenig Andrang: Impfaktion in einem Bus in Moosach vom 22. 7 bis 24.7 mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson.

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Ende der Corona-Maßnahmen? Holetschek ist zurückhaltend

Ein Ende aller Anti-Corona-Maßnahmen, sobald jeder Erwachsene ein Impfangebot bekommen hat? Dafür ist einer Umfrage im Auftrag der FDP zufolge jeder Zweite in Bayern. Gesundheitsminister Holetschek ist zurückhaltend.

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Von
  • David Friedman
  • Alexander Brutscher

"Im Moment sind wir noch nicht so weit", sagt Bayerns Gesundheitsminister Holetschek. Die Zahlen steigen wieder. Man müsse die Inzidenz beobachten, wie viele Menschen mit Corona in die Krankenhäuser müssten. Er warb dafür, sich impfen zu lassen, um gut durch den Herbst zu kommen. "Dann können wir auch im Lichte dieser Impfungen die richtigen Entscheidungen treffen", so Holetschek.

Umfrage: Jeder Zweite für Ende der Corona-Maßnahmen

Jeder Zweite in Bayern ist einer Umfrage im Auftrag der FDP zufolge für ein Ende aller Anti-Corona-Maßnahmen, sobald jeder Erwachsene ein Impfangebot bekommen hat. FDP-Fraktionschef Martin Hagen sagte dazu, es sei die individuelle Entscheidung eines jeden, zu sagen: "Lasse ich mich impfen, schütze ich mich selber oder nehme ich das Risiko einer Infektion in Kauf und diese individuelle Entscheidung, die können wir den Leuten nicht abnehmen. Sie darf aber auch nicht dazu führen, dass ein ganzes Land im Lockdown bleibt", so Hagen.

Impffortschritt in Bayern stockt offenbar weiter

Bei vielen Menschen in Bayern ziehen die Bitten und die staatlichen Impf-Kampagnen offensichtlich nicht. Oder nicht mehr. Wie die kassenärztliche Vereinigung Bayern mitteilt, sind in den bayerischen Arztpraxen in der vergangenen Woche rund 360.000 Impfdosen verabreicht worden – das ist etwas mehr als in der Woche zuvor. Aber deutlich weniger als noch Anfang Juni – da hatten sich über eine halbe Million Bayern pro Woche impfen lassen.

Dezentrale Angebote und mobile Impfteams

Die Staatsregierung setzt zunehmend auf dezentrale Angebote und mobile Impfteams. So sollen Menschen erreicht werden, die nicht ins Impfzentrum kommen, wie Christian Westerkamp erzählt. Er ist Arzt und im Auftrag des Münchner Gesundheitsreferates mit einem Impfbus im Stadtteil Moosach unterwegs. Alle, die eine Impfdosis wollen, können sie hier bekommen. Der Andrang hält sich bisher allerdings in Grenzen. "Es sind eher wenig Impflinge da, weniger als wir erwartet hätten", sagt Westerkamp.

Gesundheitsminister Holetschek betonte: "Das 'Impfen to go' im Freistaat nimmt richtig Fahrt auf. Ich bin begeistert von den vielen kreativen Ideen der Impfzentren und unserer Partner für Impfangebote vor Ort." Noch nie sei es so leicht gewesen, eine Corona-Impfung zu bekommen. Es gebe ausreichend Impfstoff und überall in Bayern leicht zugängliche und unkomplizierte Impfangebote.

Holetschek will Impfstoffverfall verhindern

Indes zeigte sich Gesundheitsminister Holetschek zuversichtlich, dass ein größerer Impfstoffverfall weitgehend verhindert werden kann. Das größte Problem sei bei AstraZeneca, sagte der CSU-Politiker. "Bei Biontech und den anderen, glaube ich, wird noch fast alles verimpft." Beim Vakzin von Biontech/Pfizer wünscht sich Holetschek aber künftig auch Einzeldosen vom Hersteller.

So könne vermieden werden, dass bei Einzel-Impfungen die restlichen Dosen eines Fläschchens weggeworfen werden müssten. Sollte es doch zu größeren Überschüssen kommen, will sich Holetschek dafür einsetzen, dass der Impfstoff dorthin geliefert wird, wo die Impfquoten noch niedriger sind als hierzulande. Das könnten etwa Länder in Afrika sein. Man sei mit dem Bund im Gespräch. Denn der sei der Eigentümer des Impfstoffs und habe auch die Verträge gemacht, so Holetschek.

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Der Impf-Fortschritt in Bayern gerät ins Stocken. Nun, da genug Impfstoff da ist, mangelt es an Impfwilligen.

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