BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© BR
Bildrechte: BR/ Julia Binder

Eine Baumfäll-Aktion mitten im FFH-Gebiet sorgt in Nußdorf am Inn für Empörung. Durchgeführt hat sie die Bayerische Staatsforsten und betont: alles rechtens. Viele Menschen in Nußdorf überzeugt das nicht.

9
Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Empörung nach Baumfällungen in Nußdorf

Eine Baumfäll-Aktion mitten im Schutzgebiet sorgt in Nußdorf am Inn für Empörung. Durchgeführt haben sie die Bayerische Staatsforsten und der Bundesforst, die betonen: alles rechtens. Viele Menschen in Nußdorf überzeugt das nicht.

9
Per Mail sharen
Von
  • Julia Binder

Empörung, Entsetzen, Wut – so lassen sich die Reaktionen zahlreicher Menschen aus Nußdorf am Inn zusammenfassen. Von "Verwüstung“ ist die Rede und von "brachialem Vorgehen“. Der Grund: Die Bayerischen Staatsforsten und der Bundesforstbetrieb haben in der Nußdorfer Au Baumfällarbeiten durchgeführt – das Gebiet ist nach der Fauna-Flora-Habitatrichtlinie (FFH) geschützt.

Staatsforsten: "Verkehrssicherungsmaßnahmen"

Die Bayerische Staatsforsten nennt als Anlass für die Baumfällungen "Eschentriebsterben“ und "Verkehrssicherungsmaßnahmen". Die Aktion sei ordnungsgemäß abgelaufen, betont ein Sprecher, und das habe auch die zuständige Aufsichtsbehörde so bestätigt. Auch der Nußdorfer Bürgermeister Sepp Oberauer bestätigt, es sei alles rechtlich in Ordnung. Es seien Fachleute vor Ort tätig gewesen und für die Gemeinde gebe es keinen Grund, einzuschreiten.

"Massiv und rücksichtslos": Bürger vermuten andere Gründe für Fällung

Zahlreiche Menschen in Nußdorf kritisieren die Aktion allerdings aufs Schärfste – allen voran Georg Binder, der Vorsitzende der Ortsgruppe Nußdorf-Neubeuern im Bund Naturschutz. Mit Verkehrssicherungsmaßnahmen und Eschentriebsterben lasse sich diese massive und rücksichtslose Baumfällaktion sicher nicht erklären, so Binder. Vielmehr scheine hier eine wirtschaftliche Nutzung im Vordergrund zu stehen, da auch Eichen und andere Baumarten gefällt wurden.

Beschwerde beim Landratsamt Rosenheim

Die Nußdorfer Au genießt als FFH-Gebiet besonderen Schutz. "Seltene Pflanzen und einer der letzten Rückzugsräume für Tiere im engen Inntal bedürfen eines besonderen Umgangs mit dieser Fläche“, betont Georg Binder. Nach Aktionen wie diesen stelle sich einmal mehr die Frage, welchen Stellenwert ein Schutzstatus wie FFH-Gebiet in der Praxis überhaupt noch genieße.

Er hat Beschwerde beim Landratsamt Rosenheim eingereicht und prüft mit dem Landesverband des Bund Naturschutz ein weiteres gemeinsames Vorgehen.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!