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Emerenz Meier: Bekommt die Uni Passau einen Frauennamen? | BR24

© BR/Katharina Häringer

Universitäten tragen oft große Namen - Männernamen. Deutschlandweit gibt es keine Uni mit einem Frauennamen. Weil die Passauer Uni noch namenlos ist, bringt ein Professor nun einen weiblichen Namen ins Spiel.

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Emerenz Meier: Bekommt die Uni Passau einen Frauennamen?

Universitäten tragen oft große Namen - Männernamen: Friedrich Alexander, Otto Friedrich, Ludwig Maximilian. Deutschlandweit gibt es keine Uni mit einem Frauennamen. Weil die Passauer Uni noch namenlos ist, schlägt nun ein Professor einen solchen vor.

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Bei aller Gleichberechtigung in Deutschland - keine einzige Universität trägt einen Frauennamen. Das will ein Strafrechtsprofessor der Universität Passau jetzt am Beispiel seiner Uni ändern. Denn die Universität Passau hat noch keinen Namen.

Wettbewerb zur Namensfindung

Seit 40 Jahren heißt die Passauer Uni einfach nur "Universität Passau". Einen Namensgeber à la Ludwig Maximilian oder Otto Friedrich gibt es nicht. Das könnte sich ändern. Der Passauer Strafrechtsprofessor und CSU-Kreisvorsitzende Holm Putzke regt an, einen Wettbewerb zur Namensfindung durchzuführen.

"Für die Universität Passau ist das eine große Chance. Wir könnten zum einen bundesweit eine Vorreiterrolle einnehmen - das wäre ein starkes Signal." Holm Putzke, Strafrechtsprofessor in Passau

Vorschlag: Volksdichterin Emerenz Meier

Der Professor schlägt die niederbayerische Volksdichterin Emerenz Meier vor. Sie stehe für Niederbayern, sie sei für die damalige Zeit - Ende des 19. Jahrhunderts - eine kritische Frau gewesen. Mit diesem Vorschlag will Holm Putzke die Diskussion um eine Namenspatronin eröffnen, einen Impuls geben.

Emerenz Meier wurde 1874 in Schiefweg, heute ein Ortsteil von Waldkirchen (Lkr. Freyung-Grafenau), geboren. Sie schrieb Gedichte und Geschichten über den Alltag einfacher Leute. Ende des 19. Jahrhunderts wanderte sie nach Chicago aus, wo sie 1928 starb. In ihrem Geburtshaus ist heute ein Auswanderermuseum untergebracht.

© BR

Die Volksdichterin Emerenz Meier aus Niederbayern

Vorschlag: Gisela von Bayern, Königin von Ungarn

Kritik kommt aus den Reihen der CSU, von Konrad Kobler, niederbayerischer Bezirksvorsitzender der Europa-Union Bayern. Er hält Emerenz Meier für zu unbekannt. "Schon mein Passauer Stellvertreter kennt sie nicht. Und bei Landshutern und Straubingern braucht man gar nichts erwarten", sagt er. Die Uni müsse nach einer Person von überregionaler Bedeutung benannt werden. Er könnte sich eine Gisela-Europa-Universität vorstellen, benannt nach Gisela von Bayern.

Gisela von Bayern wurde um 985 vermutlich auf der Burg Abbach bei Regensburg geboren. Sie heiratete Stephan, den späteren König von Ungarn. Nach dem Tod ihres Mannes ging sie ins Kloster. Begraben ist sie in der Klosterkirche Niedernburg in Passau, wo sie zu Lebzeiten Äbtissin war. Gisela setzte sich für die Christianisierung Ungarns ein und stiftete mehrere Klöster und Kirchen. In der katholischen Kirche wurde sie seliggesprochen.

© pa/akg-images/Hilbich

Zwei Steinfiguren zeigen Stephan I., König von Ungarn (997-1038) und seine Gemahlin Gisela, Königin von Ungarn.

Uni-Präsidentin mit Gleichstellung allgemein unzufrieden

Passaus Uni-Präsidentin Carola Jungwirth äußert sich nicht zu konkreten Vorschlägen. Generell hält sie einen weiblichen Namen für einen wichtigen Schritt in Richtung Geschlechtergerechtigkeit. Die müsse aber auch in der Uni gelebt werden. Jungwirth verweist dabei auf eine Resolution der Hochschulrektorenkonferenz zu Frauen in universitären Führungspositionen:

"Wenn die Universität Passau diese Resolution ernst nimmt und sich zu eigen macht, könnte sie bereits jetzt über eine paritätische Besetzung ihrer wichtigsten und einflussreichsten Gremien nachdenken. Zugleich könnte sie damit dem Anspruch an die Gleichstellung, den eine Namenspatronin für die Universität Passau doch sicher vermitteln soll, noch gerechter werden." Carola Jungwirth, Uni-Präsidentin Passau