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CSU-Chef Söder unterstützt den Plan der Stadt München, die Fußball-Arena übermorgen in Regenbogenfarben zu erleuchten. Dies wäre ein "Signal für die Offenheit unserer Gesellschaft", so Söder. Ungarn reagierte verärgert auf die Regenbogenidee.

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EM-Stadion in Regenbogenfarben: Ungarn kritisiert Münchens Pläne

Wenn es nach der Stadt München geht, soll die Arena beim EM-Spiel gegen Ungarn in Regenbogenfarben leuchten. Noch fehlt aber die Zustimmung der UEFA. Derweil zeigt sich die ungarische Regierung verärgert über die Pläne.

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  • BR24 Redaktion

Die Münchener Arena könnte beim beim letzten EM-Vorrundenspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Ungarn am Mittwoch in den Regenbogenfarben erstrahlen. Während CSU-Chef Markus Söder sich am Montag hinter die Idee stellte, reagierte Ungarn verärgert auf den Vorstoß.

Ungarn beklagt Instrumentalisierung des Sports

"Es ist äußerst schädlich und gefährlich, Sport und Politik zu vermischen", sagte Außenminister Peter Szijjarto nach Angaben der Nachrichtenagentur MTI. "Die historische Erfahrung zeigt, dass das eine schlechte Sache ist und allen voran die Deutschen wissen das genau."

Ungarns Parlament hatte am Dienstag vergangener Woche ein Gesetz verabschiedet, das "Werbung" für Homosexualität oder Geschlechtsumwandlungen bei Minderjährigen verbietet. Die EU-Kommission hat bereits angekündigt, das umstrittene Gesetz zu prüfen.

Entscheidung der UEFA steht noch aus

Der Münchner Stadtrat hatte sich in einem fraktionsübergreifenden Antrag dafür ausgesprochen, das Fußballstadion zum Gruppenspiel gegen Ungarn am Mittwoch in den Regenbogenfarben leuchten zu lassen. Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) bat die Europäische Fußball-Union (UEFA) am Montag in einem Schreiben, "dieses Zeichen für Weltoffenheit und Toleranz zu unterstützen". Grund seien "die Einschränkungen, die in Ungarn zu Lasten der Rechte von Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transgender (LGBTIQ) gegeben sind", heißt es in dem Brief weiter.

Die endgültige Entscheidung liegt bei der UEFA als Ausrichter der Fußball-EM.

Söder unterstützt Münchner Pläne

Bayerns Ministerpräsident Söder befürwortete das Vorhaben. "Ich fände es gut, wenn die Regenbogenfarben strahlen würden", sagte er am Montag in Berlin. Dies wäre "ein Signal für die Offenheit unserer Gesellschaft".

Der UEFA wird eine von vielen Seiten kritisch gesehene Nähe zum ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban nachgesagt. Das könnte den Verband in die Bredouille bringen. Schließlich richtet sich das Vorhaben der Münchner unmissverständlich gegen die rechtsnationalistische Regierung Ungarns unter Orban.

Der Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD), der eine bunte Münchner Arena befürwortet, sieht durch das ungarische Gesetz den "neuen Höhepunkt einer Unsichtbarmachung und Entrechtung von Lesben, Schwulen, bisexuellen, trans- und intergeschlechtlichen Menschen (LSBTI)". Er reihe sich laut LSVD-Bundesvorstand Alfonso Pantisano "ein in die seit Jahren betriebene systematische Einschränkung von Rechtstaatlichkeiten und Grundfreiheiten".

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