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Die Münchner Allianz-Arena wird heute Abend Austragungsort des Spiels Frankreich-Deutschland bei der EM 2020

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    EM-Spiele in München: Wissenschaftliche Begleitung weiter unklar

    Die EM-Spiele in München sollen laut Ministerpräsident Söder auch ein Pilotprojekt für Öffnungsstrategien sein. Doch eine fundierte wissenschaftliche Begleitung der Events bleibt wohl aus - niemand kann auf BR-Anfrage ein konkretes Konzept nennen.

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    Von
    • Katharina Pfadenhauer

    "Wenn ein so großes Ereignis gut klappt", sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Montag bei einem Stadionrundgang in der Münchner Fußball-Arena, dann könnten in Corona-Zeiten für Kultur und Sport "mehr Möglichkeiten geschaffen werden". Das ganze Sicherheitskonzept rund um die 14.500 Zuschauerinnen und Zuschauer sei nicht nur eine Sicherheit für den Moment, sondern auch eine Lernphase.

    Und um im Fußballjargon zu bleiben - es klingt tatsächlich wie eine super Vorlage: Bereits Anfang Juni hatte Söder angekündigt, dass die Fußball-EM ein erster Schritt in Richtung eines wissenschaftlich fundierten Öffnungskonzeptes sei. Sozusagen eine Testphase - etwa für Kulturveranstaltungen und Bundesligaspiele.

    Die Kulturbranche sei ohnehin verärgert, dass für den Sport eine Ausnahme gemacht werde, sagt Marcel Fheri. Er ist im Vorstand der TSE-AG, die Veranstaltungsequipment für Messen, Festivals und Konzerte verleiht. "Natürlich sind wir da neidisch und es ist halt eigentlich auch nicht nachvollziehbar, warum der Fußball das darf und der Rest der Kunst und Kultur und der Veranstaltungswirtschaft nicht."

    Kulturbranche "neidisch"

    Dabei sollte es genau das nicht sein, betonte Markus Söder stets. Eben keine Ausnahme für den Sport, sondern ein Hoffnungsschimmer für alle anderen.

    Doch nach wie vor herrscht Unklarheit: Am Freitag noch teilte das bayerische Gesundheitsministerium dem BR mit: "Es wird keine wissenschaftliche Begleitung der Fußballspiele geben."

    Gesundheitsminister beharrt auf Wissenschaftlichkeit

    Der zuständige Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) hat dann jedoch wieder betont: "Wir wollen es auswerten, wissenschaftlich begleiten und dann auch die richtigen Schlussfolgerungen ziehen."

    Am Dienstagvormittag, am Rande der Kabinettssitzung, hat er auf Nachfrage noch einmal nachgelegt: Es sei schließlich Sinn von Pilotprojekten, "dass man schaut, was läuft gut, was kann man übernehmen und wo muss man abweichen". Genau das wolle man tun, so Holetschek.

    Opposition verärgert: "Vertane Chance"

    Während das Gesundheitsministerium sich für das entstandene Missverständnis entschuldigt, zeigen sich die bayerischen Grünen ungeduldig: Seit Tagen laufe man der Staatsregierung hinterher, um mehr Informationen zu erhalten, ärgert sich Maximilian Deisenhofer, der sportpolitische Sprecher der Landtagsgrünen.

    "Ich stelle mir unter wissenschaftlicher Begleitung eben mehr vor, als dass vier Fachleute aus dem Ministerium am Ende sagen, ok, es ist nix passiert." Unter wissenschaftlicher Begleitung verstehe Deisenhofer, "dass heute jemand an den U-Bahnhöfen steht, und schaut: Funktioniert das mit den getakteten Einlasszeiten, dass jemand sich die Kioske im Stadion anschaut und die Toiletten." Deisenhofer zufolge sei das eine vertane Chance.

    Holetschek: LGL soll sich kümmern

    Gesundheitsminister Klaus Holetschek verwies in diesem Zusammenhang auf das Bayerische Landesamt für Gesundheit- und Lebensmittelsicherheit, dort würde man mit einer Universität zusammenarbeiten. Mit welcher genau, ist bislang allerdings nach wie vor unklar.

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