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Das EM-Spiel der detuschen Mannschaft gegen Ungarn verlangte den Fans einiges ab. Bis kurz vor Schluss sah es nicht allzu gut aus für das deutsche Team. Umso größer war die Freude über das Weiterkommen.

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Wellenbad der Gefühle für deutsche Fußballfans

Nach diesem Match dürften die deutschen Fußballfans abgehärtet sein. Das 2:2 gegen Ungarn enthielt Verzweiflung, Frust und Jubel – und für viele, die das Match draußen anschauen wollten, zwischendurch eine Sturzflut vom Himmel.

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Von
  • Erich Wartusch

Der Abend hatte für die Deutschland-Fans zumindest in München nicht gut angefangen. Gegen 20 Uhr brach ein Unwetter mit Blitz, Donner und sintflutartigem Regen über die Stadt herein. Wer in Biergärten oder Schanigärten, draußen bei Freunden oder auf der Terrasse schauen wollte, musste schnell handeln. Die Straßen in den Ausgehvierteln Münchens waren danach weitgehend leer. Wer einen Platz unter einer Markise oder einer Überdachung bekommen konnte, war froh. Viele versuchten, sich in überfüllte Lokalitäten zu drängen.

Spielverlauf sorgt für viele Gemütszustände

Während das Unwetter auch über die EM-Arena zog, mussten die deutschen Fußballfans ebenfalls mit stürmischen Zeiten rechnen: Früh gelang den Ungarn der erste Treffer. Als nach der Halbzeitpause auch die Gewitterfront vorbeigezogen war, ging nach dem Ausgleich für Joachim Löws Team der Gast sofort wieder in Führung. Goretzkas 2:2 erlöste die Fans, der Jubel war in diesem Moment überbordend, so als ob schon der EM-Titel gesichert wäre.

Nüchterner Abspann

Nach dem Schlusspfiff lösten sich in vielen Lokalen die Menschenmengen schnell auf. Der Heimweg wurde oft mit dem Kommentar „mit einem blauen Auge davongekommen“ angetreten. Überschwängliche Jubelszenen waren in der Münchener Innenstadt kaum zu beobachten. Auch für einen Autocorso auf der Leopoldstraße reichte es nicht, nur zu einem halbherzigen Hupkonzert. Die Fans waren froh, aber bei weitem nicht euphorisch.

Ein Match im Zeichen des Regenbogens

Dabei hatte der Tag noch strahlend begonnen: Nach der Ablehnung der Europäischen Fußball-Union UEFA, die Arena in München in Regenbogenfarben erstrahlen zu lassen, fanden bundesweit Aktionen statt: Andere Stadien in mehreren Städten wurden beleuchtet, in München selbst hatte die Stadt am Rathaus Regenbogenfahnen gehisst. Vor dem Match wurden auf der Esplanade, die zur Arena führt, von verschiedenen Organisationen Regenbogen-Fähnchen an die Stadionbesucher verteilt. Viele der Fans nahmen die Fähnchen entgegen, auch mehrere ungarische Gäste. Alexander Kluge, Geschäftsführer des CSD München, lobte seine Mitstreiter für den großen organisatorischen Aufwand, die Fahnen binnen kürzester Zeit zu besorgen und zusammenzubasteln. Dutzende Medien berichteten live von der Aktion.

"Es ist ein guter Tag geworden. Soviel Aufmerksamkeit, Solidarität und Unterstützung wie wir bekommen haben, kam vermutlich erst durch das Verbot zustande." Alexander Kluge, Geschäftsführer des CSD München

Auch die befürchteten Krawalle ungarischer Fußballfans blieben aus. Die Münchener Polizei berichtete bis Mitternacht von keinen nennenswerten Vorfällen rund um das Match.

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