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Bildrechte: REUTERS/Kai Pfaffenbach

Es sei an alles gedacht, sagte Ministerpräsident Markus Söder vor dem ersten Spiel der deutschen Mannschaft in München.

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EM in München: FFP2-Maskenpflicht und Alkoholverbot im Stadion

Am Dienstagabend ist auch München dran mit seinem ersten Spiel bei dieser EM. Wie steht es um die Sicherheit im Stadion? Vor dem Deutschland-Spiel sieht Bayerns Ministerpräsident Söder München gut vorbereitet. Diese Regeln müssen die Fans beachten.

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Von
  • Irina Schroll

Jetzt ist die Fußball-EM auch in Bayern angekommen: Die deutsche Nationalmannschaft trifft am Dienstag um 21 Uhr im ersten Gruppenspiel auf Weltmeister Frankreich. Vor dem Spiel fand am Montag ein Stadionrundgang in der Münchner Fußball-Arena statt - mit Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD), Innenminister Joachim Herrmann, Gesundheitsminister Klaus Holetschek und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (alle drei CSU). Dabei ging es vorrangig um das Thema Sicherheit und Corona.

In der aktuellen Corona-Situation sieht Söder den EM-Austragungsort München vor dem ersten Auftritt der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gut vorbereitet. "Es ist an alles gedacht", sagte Söder bei dem Rundgang. Die Spannung der Partie könnten "alle mit gutem Gewissen genießen".

Im Video: Fußball-EM in München - was ist erlaubt? Alle Infos im BR24Live

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Bildrechte: dpa-Bildfunk/Peter Kneffel

Keine Fanmeilen, keine großen Partys - die Fußball-Europameisterschaft wird dieses Jahr coronabedingt anders. Doch Public Viewing ist in ausgewählten Biergärten Bayerns möglich, unter einer Voraussetzung. Alle Infos hier.

Auch Philipp Lahm, Geschäftsführer der DFB EURO GmbH, DFB-Vizepräsident Rainer Koch und Münchens Polizeipräsident Thomas Hampel waren bei dem Termin in der Münchner Fußball-Arena dabei.

Zum Deutschland-Spiel dürfen dann rund 14.500 Fans in die Arena. Alle müssen getestet, geimpft oder genesen sein. Wichtig sei, dass die Stadion-Besucher einen digitalen Testnachweis von einem negativen PCR- oder Corona-Test dabei hätten, berichtete BR-Reporterin Katharina Pfadenhauer im BR24Live. Der digitale Testnachweis kann beispielsweise in die Corona-Warn-App eingespeichert werden.

30-Minuten-Slot auf Eintrittskarten - FFP2-Maskenpflicht in der Arena

Auf jeder Eintrittskarte sei weiterhin ein 30-Minuten-Slot vermerkt. In dieser Zeit muss man durch den Einlass gehen, den Corona-Test bestätigen lassen und im Anschluss den Platz aufsuchen. So sollen Menschenansammlungen vermieden werden.

Neu ist laut Pfadenhauer, dass DFB und UEFA den Fans dazu raten, mit dem Auto anzureisen. Sonst hieß es bei Fußball-Spielen immer: "Bitte nicht mit dem Auto kommen, weil zu wenig Parkplätze", erklärte die BR24-Reporterin. So wolle man zu viele Kontakten in den öffentlichen Verkehrsmitteln vermeiden. Ein Parkplatz an der Fußball-Arena könne vorab auf der Webseite des DFB gebucht werden.

Bei den Spielen in München gilt für zugelassene Zuschauer eine FFP2-Maskenpflicht - auch am Platz. Das bestätigte Bayerns Gesundheitsminister Holetschek. In den anderen EM-Stadien haben die Zuschauer bei den bisherigen Partien an ihren Plätzen meistens keine Masken getragen.

Im Münchner Stadion herrscht zudem ein Alkoholverbot. "Niemand darf Alkohol trinken, auch nicht in der VIP-Lounge", schilderte BR24-Reporterin Katharina Pfadenhauer.

Zuschauer im Stadion: Druck vom DFB?

Auf die Frage, ob es möglicherweise Druck vonseiten des DFB gab, Zuschauer zu den EM-Spielen in München zuzulassen, antwortete Pfadenhauer, Innenminister Herrmann habe das im Interview verneint. Man habe von einer sinkenden Inzidenz abhängig gemacht, ob Zuschauer ins Stadion dürfen oder nicht.

Söder habe das Ganze auch verkauft als Testlauf "in Richtung mehr Freiheit, mehr Lebensfreude", sagte Pfadenhauer im BR24Live. Schließlich wolle man eine Perspektive schaffen - für künftige Bundesligaspiele, aber auch für Kulturveranstaltungen.

Der Haken daran ist laut Pfadenhauer, dass zunächst die Rede von einer Arbeitsgruppe war, die das Konzept "EM und Corona" mit Hinblick auf zukünftige Großveranstaltungen auswerten soll. Dann habe man allerdings länger nichts mehr davon gehört. Auf dem Pressetermin im Stadion habe es nun wieder geheißen: "Doch doch, es soll eine Arbeitsgruppe geben, die das evaluiert", so Pfadenhauer.

Münchens Oberbürgermeister Reiter mahnt Fans zur Vorsicht

Obwohl nur 14.500 Zuschauer pro Spiel zugelassen sind, werden alle Kioske und Toiletten im Stadion betrieben, um Warteschlangen und Gedränge zu vermeiden. "Wir haben alles im Vorfeld getan, damit die Menschen sich nicht im Stadion oder im Umfeld anstecken", sagte Münchens Oberbürgermeister Reiter. Er hofft, dass auch in der Stadt bei möglichen EM-Feiern die Corona-Regeln eingehalten werden.

Im Stadion gebe es laut unserer BR24-Reporterin zudem sogenannte "Covid-Stewards", die darauf achten, dass Hygiene-Standards eingehalten werden. Darüber hinaus gebe es Markierungen und Absperrbänder, damit sich die Wege von Personengruppen nicht kreuzen.

Ministerpräsident Söder appellierte an die Fußballfans, in der Pandemie nicht sorglos zu werden und die Regeln weiter einzuhalten: "Passt ein bisschen auf euch auf und auf die anderen. Dann kann man auch toll miteinander feiern", sagte er.

Polizei warnt vor "Solidarisierungs-Effekt" gegen Einsatzkräfte

Etwas drastischer wurde Jürgen Köhnlein, der Landesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft Bayern: "Nach vielen Wochen auf Distanz, wird hier wieder mehr auf Tuchfühlung gegangen", sagte Köhnlein im BR24Live-Interview. Das sei einfach ein Fakt bei Fußballübertragungen, da werde eben auch gesungen und gebrüllt. Die Polizei müsse die Corona-Infektionsschutzmaßnahmen weiter überprüfen - auch während der EM und auch "wenn für viele Menschen durch das schöne Wetter und die Ablenkung durch Fußball die Pandemie eigentlich zu Ende scheint".

Autokorsos seien weniger das Problem - "immer noch besser als eine Polonaise mit hunderten von Menschen auf der Leopoldstraße in München", sagte Köhnlein. Die Polizei sieht die Probleme eher beim Einschreiten wegen Kleinigkeiten im Umfeld eines Fußballspiels. Man beobachte in den letzten Monaten einen gewissen "Solidarisierungs-Effekt" gegen die Einsatzkräfte vor Ort. Nicht selten komme es zu Übergriffen, das sei strafbar, unsozial und gefährde darüber hinaus die Fortschritte bei der Eindämmung der Corona-Pandemie, mahnte der Landesvorsitzende der DPolG Bayern.Gezielte Provokationen müssten schnell unterbunden werden. Köhnleins Tipp: "Im Siegesrausch Corona-Regeln beachten und größere Menschenansammlungen meiden."

Public Viewing im Biergarten - was gilt?

Welche Regeln gelten in der Gastronomie? Dort ist die EM-Übertragung grundsätzlich erlaubt, allerdings darf Fußball nur im Hintergrund laufen. Essen und Trinken müssen weiter im Vordergrund stehen.

"Wir haben eine Leinwand mit Beamer aufgestellt, der im Hintergrund läuft", erzählte Gastronom Lukas Spendler vom Restaurant und Biergarten Hirschau in München im BR24Live. Die Leinwand sei aus allen Winkeln des Biergartens einsehbar, aber das sei natürlich kein Vergleich zu den Zeiten vor Corona.

Informationen für die Gastronomen gab es vorab kaum. Spendler musste sich selbst informieren: "Wir saßen vor dem Computer und haben gesucht, was man darf und was nicht". Die 1.000er-Regel kam laut Spendler auch sehr kurzfristig. Demnach müssen Gäste einen negativen PCR- oder Schnelltest vorlegen, wenn mehr als 1.000 Personen in einem Biergarten zusammenkommen. Die negativen Tests dürfen nicht älter als 24 Stunden sein.

Die letzten Monate seien hart gewesen für das Gastro-Gewerbe, deswegen sei die EM jetzt "eine tolle Sache". Das gute Wetter zum EM-Auftakt sei Balsam für die Seele - "nicht nur für uns, sondern für jeden Fußballfan." Es gebe wieder einen positiven Sinn, einen schönen Abend zu genießen "und nebenbei läuft halt Fußball", so Spendler.

  • Zum Artikel: Fußball-EM in München - Die Regeln für das Public Viewing

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