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Bildrechte: dpa-Bildfunk/Matthias Balk

Elternverband schickt Fragenkatalog an Piazolo

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Elternverband kritisiert Corona-Management von Piazolo

Besorgte und entkräftete Eltern, Unsicherheit und viele Fragen: Der Bayerische Elternverband hat in einem offenen Brief an Kultusminister Piazolo die Krisen-Kommunikation in der Corona-Pandemie bemängelt und fordert Antworten auf drängende Fragen.

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Von
  • Caroline von Eichhorn
  • Claudia Steiner

Der Bayerische Elternverband hat in einem offenen Brief an Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) die Kommunikation und das Management in der Corona-Krise kritisiert. Viele Eltern seien besorgt und entkräftet. Sie würden nur "ständige punktuelle Korrekturen im Schulwesen" wahrnehmen. Die Väter und Mütter vermissten eine "lange Sicht auf die Bildungsverläufe der Kinder sowie auf weitere Wellen und weitere Pandemien".

"Unser Bemühen, unter Eltern Gelassenheit zu verbreiten, stößt mittlerweile an deutliche Grenzen." Martin Löwe, Landesvorsitzender des Bayerischen Elternverbands

Die Eltern wollten den Schulalltag mit den Kindern gut bewältigen und "nicht in ständig bohrender Unsicherheit gelassen werden". Man brauche Perspektiven.

Fragen zum Übertritt, Distanzunterricht und Lehrplan

Konkret schickte der Elternverband in dem Brief einen Fragenkatalog mit neun Punkten. Darin geht es unter anderem darum, ob beim Übertritt an weiterführende Schulen nur die Noten den Ausschlag geben würden und wie Mittelschüler angesichts fehlender Leistungsnachweise zur Prüfung zum qualifizierten Mittelschulabschluss zugelassen werden können.

Unklar sei zudem, wie das Punktesystem bei Abiturienten angepasst werden solle, da schriftliche Prüfungen nicht stattfinden konnten. Gefordert wurden auch Anpassungen des Lehrplans. Während oder nach der Pandemie müsse der Lehrplan umverteilt oder reduziert werden, so die Elternvertreter.

31 Prozent ohne "ordentlichen Distanzunterricht"

Laut Elternverband haben 31 Prozent der Schüler noch immer "keinen ordentlichen Distanzunterricht". Viele Schülerinnen und Schüler bekämen noch immer nur Arbeitsaufträge. Viele Kinder in der Notbetreuung könnten zudem gar nicht am Distanzunterricht teilnehmen. Kritisiert werden auch die Hygieneschutzmaßnahmen in den Schulen. "Die Zeit der Schulschließungen hätte genutzt werden können, um die Schulen in hygienischer Hinsicht sicherer zu machen", heißt es in dem Brief. "Was wollen Sie unternehmen, damit die Schulaufwandsträger tätig werden und die dafür bereitstehenden Mittel nun zügig investieren?"

Sorge um Wiederholer

Sorge bereitet den Elternvertretern unter anderem auch die Lage von Wiederholern. Es sei völlig unklar, was unternommen werden solle, um diese Kinder nicht zu benachteiligen, zum Beispiel in Bezug auf die Altersschwelle oder die Höchstausbildungsdauer.

Distanz- und Wechselunterricht je nach Inzidenz

Inzwischen sind viele bayerische Schüler - zumindest in Regionen, in den die Inzidenz unter 100 liegt - wieder in den Schulen. In Regionen mit Inzidenzen über 100 sind die Schüler im Distanzunterricht.

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