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Elternverbände schreiben Söder: Deutliche Kritik an Piazolo | BR24

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Bayerische Elternverbände haben heute in einem offenem Brief an Ministerpräsident Söder klarere Ansagen und Regeln für bayerische Schulen gefordert. Anlass sind die zahlreichen und oft kurzfristigen Änderungen in der Coronakrise.

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Elternverbände schreiben Söder: Deutliche Kritik an Piazolo

Bayerische Elternverbände haben heute in einem offenen Brief an Ministerpräsident Söder klarere Ansagen und Regeln für bayerische Schulen gefordert. Die Maßnahmen des Kultusministeriums ernteten deutliche Kritik.

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Von
  • Sabine Weis
  • BR24 Redaktion

Mehrere bayerische Elternverbände haben heute in einem offenen Brief an Ministerpräsident Markus Söder klare Regeln und Ansagen für die Corona-Zeit gefordert. Eltern und Schulen würden weiter sich selbst überlassen, heißt es in dem Schreiben. Unterschrieben haben insgesamt sieben Elternvereinigungen und Elternverbände.

Kritik: Keine Sicherheit, keine Planbarkeit

Der Schulgipfel Anfang November mit Kultusminister Michael Piazolo habe keine Sicherheit oder mittelfristige Planbarkeit gebracht. Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit dürften weder von den Eltern abhängen noch davon, wie "motiviert, empathisch und fähig die einzelnen Lehrer und Lehrerinnen vor Ort sind", so Martin Löwe, der Landesvorsitzende des Bayerischen Elternverbandes. Daher wende man sich nun direkt mit einem Offenen Brief an den Ministerpräsidenten.

Eltern wollen schneller und verständlicher informiert werden

Die Elternvertreter fordern, dass Eltern in Zukunft unverzüglich, direkt und in einfacher Sprache über neue Regelungen zum Schulbetrieb informieren werden. Denn die Schulen würden oft die in Amtsdeutsch verfassten Schreiben des Kultusministeriums unverändert an die Eltern weitergeben.

Unterricht auf den Kern des Lehrplans reduzieren

Der Unterricht müsse zudem verbindlich auf den Kern des Lehrplans reduziert werden. Priorität sollen Grundkompetenzen und Basisinhalte haben. Basiswissen und Basiskompetenzen müssten mehr fächerübergreifend vermittelt werden. Wenn Schüler eine Klasse wiederholen müssen, dürfe ihnen das in der Pandemiezeit nicht als "Sitzenbleiben" angerechnet werden.

Außerdem müssten die Kinder, die im Frühjahr und Sommer einen Rückstand erlitten haben, an allen Schulen die angekündigte Unterstützung bekommen.

Livestream für Schüler in Quarantäne

Ein großes Anliegen ist den Elternvereinigungen, dass Schüler in Quarantäne am normalen Präsenzunterricht ihrer Klasse per Livestream teilnehmen können - notfalls auch klassenübergreifend.

Mehr Schulbusse und zeitversetzter Unterrichtsbeginn

Ein Dorn im Auge ist den Elternvereinigungen auch die Ansteckungsgefahr in den voll besetzten Schulbussen. Darum sollten die Schulen den Unterricht in verschiedenen Klassen versetzt beginnen lassen, damit weniger Schüler in den Bussen sitzen. Die Busse könnten dann mehrere Touren hintereinander fahren.

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