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Bildrechte: dpa/Armin Weigel

Die Eltern der getöteten Maria Baumer haben am Montag als Zeugen im Prozess gegen den mutmaßlichen Täter ausgesagt. Die Mutter schilderte dabei den Tag des Verschwindens ihrer Tochter.

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Maria Baumer-Prozess neigt sich dem Ende zu

Die Eltern der getöteten Maria Baumer haben gestern als Zeugen im Prozess gegen den mutmaßlichen Täter ausgesagt. Die Mutter schilderte dabei den Tag des Verschwindens ihrer Tochter. Heute wird die Erklärung der Verteidigung erwartet.

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Von
  • Sebastian Grosser

Im Prozess um den mutmaßlichen Mord an der Oberpfälzerin Maria Baumer haben gestern die Eltern der Getöteten vor dem Landgericht Regensburg ausgesagt. Die Mutter von Maria Baumer hat dabei unter anderem berichtet, wie sie das Verschwinden ihrer Tochter wahrgenommen hat. Die Eltern, die in dem Prozess als Nebenkläger auftreten, sprachen von einem guten Verhältnis zum Angeklagten.

Mutter erfuhr vom Verschwinden der Tochter durch Angeklagten

Der Mutter zufolge habe Maria gemeinsam mit ihrem Verlobten damals das Wochenende daheim bei den Eltern verbringen wollen. Am Samstag habe der heute Angeklagte angerufen und gesagt, dass Maria weg sei und dass Geld aus der gemeinsamen Urlaubskasse fehle. Er habe sich erkundigt, ob Maria bei den Eltern sei. "Mir ist das gleich von Anfang an komisch vorgekommen", sagte die Mutter. Einige Zeit später habe der Verlobte erneut angerufen und berichtet, Maria habe sich gemeldet, sie sei in Nürnberg und auf dem Weg nach Hamburg. Die Familie sei beunruhigt gewesen, weil das nicht Marias typischem Verhalten entsprochen habe, so die Mutter.

Eltern beschreiben gutes Verhältnis zum Angeklagten

Außerdem berichtete die Mutter, dass das Medizinstudium des Verlobten für Maria Baumer einen hohen Stellenwert hatte; zumal Maria selbst gerne Medizin studiert hätte. Ähnlich wie die Zwillingsschwester beschrieb die Mutter das Verhältnis zum Verlobten der Tochter als sehr gut: Die Familie habe den gelernten Krankenpfleger freundlich in der Familie aufgenommen. Er habe Maria gut getan, weil er sehr ausgleichend war. Maria Baumers Vater bestätigte das gute Verhältnis. So habe die Familie Baumer zum Beispiel eine Wohnung übernommen, für die der Angeklagte eine Bürgschaft übernommen hatte, die aber nicht hatte bedienen können.

Abgebrochenes Medizinstudium als Mordmotiv?

Ein zentraler Punkt ist an diesem Prozesstag auch das abgebrochene Medizinstudium des Angeklagten. Laut Staatsanwaltschaft soll er in dem Tod Maria Baumers unter anderem eine Möglichkeit gesehen haben, gegenüber Verwandten und Bekannten den Abbruch seines Medizinstudiums zu begründen. Unterlagen der Universität Regensburg, die heute von dem vorsitzenden Richter teilweise vorgelesen wurden, zeigen aber, dass der Angeklagte mit dem Medizinstudium bereits vor dem Verschwinden Marias überfordert war. Die Punktezahl bei Prüfungen hätte bei weitem nicht zum Bestehen des Studiums ausgereicht, so die Einschätzung des Gerichts. Zu anderen Prüfungen hatte er sich nicht mehr angemeldet oder war nicht erschienen.

Erklärung der Verteidigung angekündigt

Für den nächsten Verhandlungstag heute Morgen um 9 Uhr hat die Verteidigung des Angeklagten eine Erklärung vor dem Landgericht angekündigt. Außerdem soll die psychiatrische Sachverständige ihr Gutachten vorstellen. Damit geht der Prozess um den gewaltsamen Tod Maria Baumers langsam dem Ende entgegen.

Anwalt will Freispruch

Der Verlobte Baumers soll die 26-Jährige im Mai 2012 mit Medikamenten getötet und ihre Leiche vergraben haben. Aus Sicht der Staatsanwaltschaft brachte der Krankenpfleger die Frau um, um für eine Beziehung mit einer Patientin frei zu sein. Bislang schwieg der Angeklagte im Prozess.

Baumers Leiche war im Herbst 2013 von Pilzsammlern in einem Wald gefunden worden. Der Verlobte geriet damals bereits in Visier der Ermittler, kam aber wieder auf freien Fuß. Ende 2019 wurde der Mann erneut festgenommen. Mit neuen technischen Methoden hatten Experten an Kleidung und Haaren des Opfers Medikamenten-Rückstände festgestellt. Der Angeklagte soll kurz vor dem Verschwinden der Frau unter anderem nach "Lorazepam letale Dosis" und "der perfekte Mord" gegoogelt haben. Sein Anwalt will einen Freispruch erwirken.

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