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Eltern sammeln Unterschriften gegen Masken im Kindergarten | BR24

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Steht die Corona-Ampel auf gelb oder rot, sind Masken im Kindergarten für das Personal Pflicht. Eltern aus Sigmarszell geht das zu weit: Sie haben Unterschriften gesammelt gegen eine Maskenpflicht in der Kita. Eine Lockerung wird es wohl nicht geben.

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Eltern sammeln Unterschriften gegen Masken im Kindergarten

Steht die Corona-Ampel auf gelb oder rot, sind Masken für das Kindergarten-Personal Pflicht. Eltern aus Sigmarszell im Landkreis Lindau geht das zu weit: Sie haben Unterschriften dagegen gesammelt. Eine Lockerung wird es aber wohl nicht geben.

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"Nein zur Maskenpflicht für Erzieher!" steht in großen Lettern auf dem Plakat vor dem Kindergarten St. Raphael in Sigmarszell im Landkreis Lindau. Seit eineinhalb Wochen müssen die 16 Mitarbeiterinnen hier einen Mund-Nase-Schutz tragen – auch im Garten. Mutter Julia Reichelt geht das zu weit: "Für mich ist das nicht mehr vertretbar. Für viele Kinder ist das ein zweites Zuhause. Und wir möchten einfach, dass sie weiterhin gerne in die Einrichtung gehen und nicht mit Angst und Schrecken in Gesichter mit Masken schauen müssen", sagt Reichelt.

Unterschriftenaktion gegen Maskenpflicht

Kurzerhand hat die Mutter, deren vierjährige Tochter in den Sigmarszeller Dorfkindergarten geht, eine Unterschriftenaktion gegen die Maskenpflicht auf den Weg gebracht. In nur zwei Tagen hat sie einen Großteil der Eltern hinter sich versammelt. Ihr Tenor: Beim Einkaufen, im Bus, auf öffentlichen Plätzen - überall sind Masken absolut in Ordnung. Aber nicht im Kindergarten oder der Krippe.

Masken verstören die Kinder

Die Argumente der Eltern: Die Kinder könnten wegen der Masken die Mimik und auch die Mundbewegungen der Erzieherinnen nicht mehr sehen. Dabei sei genau das sehr wichtig für die emotionale Bindung und die Sprachbildung bei den Kleinsten.

Nach Ansicht der Eltern verstören und irritieren die vermummten Gesichter ihre Kinder. Einige hätten inzwischen sogar schon Angst davor, in den Kindergarten zu gehen. Julia Reichelt und ihrer Mitstreiter halten die Maskenpflicht für Erzieherinnen deshalb für nicht verhältnismäßig.

Unterstützung vom Bürgermeister

Unterstützung bekommen die Eltern vom Sigmarszeller Bürgermeister Jörg Agthe. Auch er ist dafür, die Maskenpflicht für Erzieherinnen noch einmal zu überdenken. Denn nicht nur die Kinder würden darunter leiden. Sondern auch für die 16 Mitarbeiterinnen in dem Dorfkindergarten sei es sehr anstrengend, den ganzen Tag gegen die Maske anreden zu müssen, sagt der Bürgermeister: "Sie haben wirklich am Abend Probleme mit der Stimme, wenn sie nach Hause kommen. Das muss ich als Chef der Einrichtung ernst nehmen, weil ich auch eine Fürsorgepflicht für meine Mitarbeiterinnen habe."

Landkreis Lindau sieht keinen Spielraum für Lockerung

In einem Schreiben an den Lindauer Landrat Elmar Stegmann fordern die Eltern deshalb, zu prüfen, ob auf die Maskenpflicht im Kindergarten nicht verzichtet werden kann. Doch nach einer Lockerung sieht es nicht aus: Bereits wenn die Corona-Ampel auf Gelb steht, gelte laut dem bayernweiten Rahmenhygieneplan für Kindertagesstätten eine Maskenpflicht, heißt es vom Landratsamt.

Und im Landkreis Lindau zeigt die Ampel derzeit rot. "Wäre das Infektionsgeschehen klar auf einen bestimmten Bereich eingrenzbar, so könnte über Lockerungen eventuell nachgedacht werden. Wir haben im Landkreis jedoch ein diffuses Infektionsgeschehen, und die Zahlen steigen weiter", erklärt das Landratsamt.

Transparente Masken als Notlösung

In Sigmarszell werden Kinder, Eltern und Erzieherinnen also weiter mit den Masken im Kindergarten leben müssen. Der Bürgermeister hat sich deshalb schon einen Plan B überlegt und will jetzt als Notlösung transparente Masken anschaffen. "Durch diese Masken wären die Erzieherinnen vielleicht trotzdem nicht gut hörbar, aber die Mimik wäre sichtbar und dadurch die Emotion für die Kinder besser spürbar und wahrnehmbar", sagt Bürgermeister Agthe.

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