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Kann das Dorf Dommelstadl im Kreis Passau seine Grundschule behalten oder setzt die Gemeinde auf einen Neubau der Grundschule im größere Neuburger Ortsteil Neukirchen? Seit einem Jahr wird erbittert gestritten. Heute fällt eine Entscheidung.

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Eltern in Sorge: Streit um die Zukunft einer Grundschule

Kann das Dorf Dommelstadl im Kreis Passau seine Grundschule behalten oder setzt die Gemeinde auf einen Neubau der Grundschule im größere Neuburger Ortsteil Neukirchen? Seit einem Jahr wird erbittert gestritten. Heute fällt eine Entscheidung.

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Von
  • Katharina Häringer
  • BR24 Redaktion

Wenn erstmal die Schule weg ist, stirbt das Dorf. Diese Befürchtung hat Mario Hauschild. Der Vater von drei Kindern steht vor der Grundschule in Dommelstadl, einem Ortsteil von Neuburg am Inn im Landkreis Passau. Sein Sohn geht hier bald zur Schule und dessen kleine Schwestern sollen das künftig auch noch können. Dafür ist Hauschild von Tür zu Tür gezogen. 800 Unterschriften hat er gesammelt für die Sanierung der Dorfschule.

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Mario Hauschild

Kinder aus Neukirchen müssen Klassen in Dommelstadl auffüllen

Sechs Kilometer weiter im Neuburger Ortsteil Neukirchen am Inn: Auch hier gibt es eine Grundschule. Die zweifache Mutter Julia Palluotto erzählt, dass alle in ihrer Familie auf diese Schule gegangen sind. Nur ihre Tochter kann das nicht: Valentina muss mit dem Bus nach Dommelstadl fahren, weil die Klasse in Neukirchen zu groß und die in Dommelstadl zu klein wäre. Immer wieder müssen dort Klassen mit Neukirchner Kindern aufgefüllt werden. "Unzumutbar ist das, die Kinder aus ihrem Umfeld rauszureißen", findet sie.

Auch Julia Palluotto hat Unterschriften gesammelt. Mit dem Ergebnis: Seit einem Jahr liegt die Sanierung beider Schulen, die 2018 vom Gemeinderat beschlossen worden war, auf Eis. Palluotto fordert einen Neubau für alle Kinder in Neukirchen.

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Julia Palluotto

Staatsregierung will an Grundschulen festhalten

In den vergangenen zehn Jahren sind in Bayern 42 staatliche Grundschulen geschlossen worden. Rund 2.200 staatliche Grundschulen gibt es derzeit im Freistaat. Erklärtes Ziel der Regierung ist es, nicht noch mehr Schulen zuzumachen. "Wo Eltern und Gemeinde am Standort hängen, bleibt die Grundschule bestehen", teilt das Bayerische Kultusministerium mit. Doch an der Schule in Dommelstadl hängen eben nur die Familien aus diesem Ortsteil, die Eltern aus Neukirchen haben andere Pläne.

Bürgermeister appelliert an die Vernunft

Zuletzt hatten Eltern dazu aufgerufen, möglichst zahlreich zur Gemeinderatssitzung zu erscheinen, bei der am Abend eine Entscheidung zur Zukunft der Grundschule Dommelstadl getroffen werden soll: Um unsichere Gemeinderäte umzustimmen. Bürgermeister Wolfgang Lindmeier (CSU) findet das unmöglich. "Mein Appell: Vernünftig zu bleiben. Es geht nicht um Leben und Tod. Es geht nur um einen Schulstandort." Lindmeier bittet die Eltern, heute Abend zuhause zu bleiben. Jede Entscheidung sei besser als weiter zu diskutieren, sagt er. Denn solange debattiert wird, sitzen die Kinder weiter in den sanierungsbedürftigen Schulen.

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